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10.03.2011 – Teneriffa, Santa Cruz – Sonne mit Regenschauern, 21°
Geburtstag unter dem Vulkan
An Hummelchen’s Geburtstag werden wir herzlich von Teneriffa, der größten Insel der Kanaren, begrüßt. In Santa Cruz de Tenerife, der Hauptstadt, gehen wir vor Anker. Wir waren schon mehrmals hier und kennen die Stadt bereits recht gut, trotzdem freuen wir uns auf die Calle Castillo, der beliebten Einkaufsstraße mit ihren Schuhgeschäften, Boutiquen und anderen Kleiderläden. Aber erstmal gibt es vormittags den Ausflug in den Nationalpark Canadas del Teide, der uns in Höhen von 2400 Metern bringt und dem Pico del Teide ganz nah. Auf dem Weg dorthin gibt es mehrere Foto-Stopps unterhalb des Teide und in der Nähe von interessanten Boden-Formationen, aus denen man vieles zur Erdgeschichte herauslesen kann. Wenn man es denn lesen kann. Eine Kaffeepause mit kleinem Imbiss bringt uns den wildlebenden Kanarienvögeln näher, die hier zu Dutzenden um die Tische kreisen und auf eine kleine Beute spekulieren.
Unser Busfahrer heißt Jesus, was mich ob der Straße, die immer abenteuerlicher wird, je höher wir gelangen, etwas beruhigt. Vorbei geht es an wilden Schluchten und tiefen Abhängen immer näher zum Teide. Dieser höchste Berg Spaniens ist ein relativ ungefährlicher Vulkan. Selbst bei einem Ausbruch (der in 100 Jahren oder in neun Monaten passieren kann) gibt es genug Vorwarnzeit, da er zu den Schichtvulkanen gehört und somit eindeutige Lebenszeichen von sich gibt, bevor er aufsteht.
Bodenformationen ringsum haben unterschiedliche Farben und sind eindeutig voneinander abgegrenzt. Dunklere Schichten erlebten ihre Geburt bei Minusgraden im Winter; auf ihrem Weg durch die Luftschichten zum Boden kühlten sie blitzschnell von etwa 1000° auf 0° ab und oxidierten dabei. Hellere Schichten erlebten ihren Ausbruch bei sommerlichen Temperaturen und kühlten im Laufe von mehreren Stunden ab.
Ein weiterer Stopp bei den „Los Roques“ bietet einen faszinierenden Ausblick auf einzeln stehende Lavasäulen, deren Schichten ebenfalls aus verschiedenen Farben bestehen, mit einem prächtigen, schneebedeckten Teide im Hintergrund.
Insgesamt ist dies ein interessanter Ausflug und als Geburtstagsprogramm allemal interessanter als ein Nachmittag bei Tante und Onkel mit Kerzenausblasen. Mittags sind wir zurück auf dem Schiff, und nach einer kleinen Bescherung auf der Kabine machen wir noch eine Shopping-Tour in Santa Cruz. Mit mäßigem Erfolg freilich, denn wir haben mal wieder die Siesta-Zeit erwischt. Zwischen 13 und 16 Uhr sind nur wenige Läden geöffnet; die kleineren shops haben alle geschlossen.
Außerdem lohnt sich ein Besuch auf den Kanaren während der Karnevals-Zeit nicht wirklich, wenn man nicht gerade zum Feiern hierhin kommt. Allerorten stehen Buden, Bühnen und Dixie-Klos, die das gesamte Zentrum verschandeln. Abends und nachts mag hier zwar der Bär tanzen, aber tagsüber sieht alles nicht sonderlich malerisch aus.
Um 17 Uhr habe ich meiner Hummel eine Kosmetik-Behandlung im SPA-Bereich des Schiffes geschenkt, also müssen wir pünktlich zurück sein und sind es auch. Die Behandlung – inklusive Sekt-Service vom Wolf – fällt zu meiner äh zu Biggis Zufriedenheit aus, und nach einem weiteren inkludierten Glas Champagner in der X-Lounge (ich checke ganz kurz meine mails, ist ja inklusive) sitzen wir um 19 Uhr zum zweiten Male an einem der gemütlichen Hoch-Tische im „Surf & Turf“ Restaurant. Dieses Bezahl-Restaurant ist für Suiten-Passagiere einmal pro Reisewoche inklusive.
Hier erwartet uns dieses Mal eine Überraschung der auf diesem Schiff seltenen Art: der Abend (und insbesondere die spätere Nacht) ist eine Enttäuschung. Das Menu, das man uns dieses Mal bietet, ist identisch mit dem Menu bei unserem letztwöchigen Besuch hier. Da hätte man sich etwas mehr Abwechslung von der Küche gewünscht. Überdies werden die Gänge in Rekordzeit serviert; nach kaum 90 min. sind wir „abgefertigt“. Der von uns ausgesuchte Wein, eine Scheurebe aus Rheinhessen, ist sehr zu empfehlen und besticht durch eine besonders fruchtige Note. Der Service des Weinkellners lässt jedoch zu wünschen übrig. Die Gläser werden unregelmäßig nachgeschenkt und bleiben zwischendurch immer wieder trocken. Dafür bekomme ich zum Schluß den gesamten Rest in mein Glas, während Biggi sozusagen auf dem Trockenen steht. Ein eindeutiger Fauxpas, der nicht vorkommen sollte.
Wir sind relativ früh im Bett, jedoch ist um halb 12 die Nachtruhe dann zu Ende. Dank eines gepflegten Darmvirus lassen wir den Arzt kommen, der Biggi eine Spritze gibt und Tabletten und Zäpfchen da lässt. Wir werden auch unter Quarantäne gestellt, denn die Hygienevorschriften an Bord eines Kreuzfahrtschiffes sind streng!
An weiteren Schlaf ist kaum zu denken. Gähn! |
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