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Auf der Insel Rügen (Juni 2014)

 

Im Sommer 2014 ging es für die Wölfe mal wieder an die deutsche Ostseeküste. Oder, um es genauer zu sagen: nach Binz auf Rügen. Wir haben verschiedene Wanderungen gemacht und Ausflüge unternommen. Weiter unten auf dieser Seite sind die alle Ereignisse bebildert und beschrieben. Entweder man kann runterscrollen und sich das Ganze in Ruhe und gemütlich anschauen. Oder - schau mal, hier ist eine Karte von Rügen - man steuert auf dieser Karte die rot markierten Gebiete an. Dann gelangt man stante pede zu der Wanderung bzw. dem Ausflug, der dort stattgefunden hat.

 

 

 

 

 

Unser Gastgeber - Binz

Binz auf Rügen. Das ist der Klassiker der Seebäder an der deutschen Ostseeküste. Und wozu? Zu Recht. Hier findet der durchschnittliche Feriengast alles, was einen runden Urlaub ausmacht. Man kann hier genauso perfekt einen Badeurlaub verbringen (so denn das Wetter mitspielt) wie einen Aktiv-Urlaub. Der Strand ist kilometerlang und mit feinem Sand ausgestattet. Und zwar nicht, wie im benachbarten Seebad Sellin, aufgeschüttet. Sondern von Haus aus. Viele malerische Strandkörbe laden zum süßen Nichtstun ein. Man kann auf der Seebrücke oder entlang der über 3 km langen Promenade flanieren, die sich ganz Binz entlang fast bis zur Prora am Strand entlangschlängelt. Eisdielen ohne Ende laden auf eine Tüte ein. Restaurants, die vor allem natürlich frischen Fisch verarbeiten, lassen einen die abendliche Speiseauswahl zur Qual werden. Ein Tipp hierzu: man sollte unbedingt in der Strandhalle speisen. Die Zubereitung der Speisen und der Service suchen in Binz wirklich seinesgleichen.
Auf der Hauptstraße findet man Dinge zum Schenken und zum Anziehen. Und zum Naschen und Trinken. Für die Wohnung und für die Seele. Hier kann man in aller Ruhe an einem weniger sonnigen Tage shoppen, unterbrochen von einem Eisbecher oder von einem Glas Prosecco.
Unsere Unterkunft, die Villa Jagdschloß, lag nicht weit entfernt von hier in einer ruhigeren Nebenstraße, nur 4 Minuten vom quirligen Zentrum entfernt. Die Ferienwohnungen in dieser alten Bädervilla sind groß und modern eingerichtet und bieten allen möglichen Komfort. Hier würden wir sofort wieder Station machen.
A propos Station: der Einzige, der sich pausenlos vor uns versteckte, war der Rasende Roland. Wir haben wirklich immer wieder nach ihm Ausschau gehalten, und auch während der Wanderungen entlang der Bahnstrecke hat er sich nie blicken lassen. Wir haben ihn immer nur zu Ohren bekommen, sein Pfeifen ist weithin zu hören. Selbst der Weg zum Bahnhof war umsonst. Wir haben ihn schnaufend aus dem Bahnhof herausfahren hören. Aber als wir den Bahnsteig erreichten, war alles verwaist. Allein am letzten Tag kreuzte er unseren Weg, als wir mit dem Wagen vor der Bahnschranke halten mußten. Diese Gelegenheit nutzten wir zum einzigen Foto (hier unten zu sehen).

Binzer Seebrücke   Binzer Biggi   Binzer Strand   Binzer Strand

'Unsere' Villa Jagdschloss   Binzer Seebrücke   Hauptstrasse von Binz   'Rasender Roland'

 

  

 

Monster der deutschen Historie: PRORA

Prora ist ein beklemmender Ort. Irgendwie. Trotz der exponierten Lage direkt am Meer - nur durch einen schmalen Streifen voller Bäume vom Strand getrennt - weht hier irgendwie der Hauch dunkler Geschichte. Sei es nun der Luftzug aus dem Dritten Reich oder der Wind aus der ehemaligen DDR: Der Geruch dieses Luftstromes ist unangenehm und modrig. Genau so riecht es auch direkt in dem alten, fast viereinhalb Kilometer langen Beton- und Ziegelsteinbau. Hätte man dieses Ungetüm im Ruhrgebiet als Keimzelle sozialer Brennpunkte noch dezent weggesprengt, so ist man dieserorten bemüht, dieses Relikt des nationalsozialistischen Gigantismus zu restaurieren und zu erhalten. Die ersten Teilstrecken des Kolosses sind bereits renoviert und bieten einer Jugendherberge oder auch extravaganten Eigentumswohnungen Platz. Wobei die Extravaganz weniger architektonischer Natur entspringt. Die Wohnungen (wir haben zwei Musterwohnungen besichtigt) sind von der Zimmeraufteilung und der Raumhöhe her wirklich sehr unbedeutend. Nein, das Ausgefallene ergibt sich mehr aus der Geschichtsträchtigkeit dieses Ortes. Wer hier wohnt, fühlt sich vielleicht der Geschichte des Nationalsozialismus näher als anderswo. Dementsprechend hoch mag die tendentielle Gesinnung der hier wohnenden Menschen sein.
Um einen halben Tag schlechten Wetters hinter sich zu bringen, ist ein Ausflug zur Prora gewiß geeignet. Auch um diesen Ort auf sich wirken zu lassen und eigenen Gedanken nachzuhängen, ist man hier bestimmt nicht falsch. Wer jedoch den Anblick schöner Dinge liebt oder den Hang zur ausgefallenen Architektur hat, wird hier vergebens auf die Suche gehen.
Nachtrag: Eigentumswohnungen in der Prora in der Größenordnung um 70 qm sollen zwischen 180.000 und 250.000 Euro kosten, Dafür gibt es: keinen Keller, keinen Aufzug, nicht überall einen Balkon. Aber dafür gibt es: einen Concierge, ein für alle Eigentümer nutzbares Zentrum mit Schwimmhalle und Sauna und eine geschichtsträchtige Lage. Hier muß jeder für sich selber entscheiden, ob er sein Geld hierfür anlegen möchte.

Prora   Prora     Prora

Prora   Prora   Prora   Prora

 

  

 

Stadt der Rosen: Putbus

Zur Halbzeit unseres Urlaubes fanden wir den Weg zur Rosenstadt Putbus, einem gemütlichen kleinen Städtchen, welches teilweise sogar etwas verschlafen wirkt. Zahlreiche alte bis historische Gebäude verleihen der jüngsten Stadt auf Rügen einen alt-kaiserlichen Charme. Insbesondere der Circus, der Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, gibt einem das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben. Hier finden sich Dutzende, wenn nicht Hunderte von blühenden Rosenstöcken vor klassizistischen weißen Häusern, die so schwungvolle Namen wie "Nebenalumnat des Pädagogiums zu Putbus" haben. Hier hat auch der Rosendoktor sein Wirkungsfeld. In der Saison sorgt er dafür, daß die herrlichen, teilweise uralten Rosenstöcke vor den weißen Häusern nur so leuchten. Tagsüber kann man ihm bei der Arbeit zuschauen, und er hat immer einen Tipp parat, wenn man ihn anspricht.
Der Wildpark im Schlossgarten, der gleich um die Ecke liegt (Putbus mit seinen kaum 5.000 Einwohnern ist eh recht überschaubar), überrascht mit relativer Größe und einem Rudel Rotwild, das ohne Scheu in der Nähe der Umzäunung grast. Der Schlossgarten selber ist riesig, jedenfalls für eine Stadt dieser Größe. Alter Baumbestand, offene Wiesen, ein großer Schwanenteich und Wege kreuz und quer prägen das Bild. Eine Allee mit betagten, riesigen Buchen, die von der Orangerie am Standort des ehemaligen Schlosses vorbei bis zum südlichsten Zipfel des Parks reicht, ist ein weiteres Indiz für die frühere Bedeutung des Schlosses. Das Einzige, was hier fehlt, ist das Schloss selber – es wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts aus welchen Gründen auch immer gesprengt.
Einen halben Tag ließen wir uns diesen Ausflug kosten, der auch mit dem Rasenden Roland hätte bewältigen können statt mit dem Wagen. Die Schmalspurbahn verbindet Putbus mit Binz, und damit das Angenehme mit dem Nützlichen. Leider erfuhren wir zu spät von dieser Möglichkeit.

Putbus   Auf dem Marktplatz   Putbus   Orangerie Putbus

 

  

 

Wanderung durch die Granitz

Grünlich schimmerte das Meer, als wir zu unserer ersten Wanderung durch die Granitz aufbrachen. Wie an vielen Steilküsten Rügens üblich, bricht immer mal wieder ein Stück der kreidigen Steilküste ab und färbt das Meer milchig-grün, schöner als ein Blue Angel anzusehen.
Die Wälder rund um die Granitz überraschen mit einer Baumdichte, von der sich der Bayrische Wald eine Scheibe abschneiden kann. Urwald-like ist die Gegend um das Jagdschloss Granitz herum. Nicht umsonst haben die Bauherren das Schloss damals hierher gebaut. Garantierte die Lage doch einen Wildreichtum, der die Jagd für die hohen Herren der damaligen Epoche sehr erleichtert haben muß, so dass man umso mehr Zeit für die Après-Jagd hatte. Das Schloss ist übrigens auch zu besichtigen, aber wir liefen nur drum herum und anschließend weiter durch die Pampas Richtung Sellin. Immer wieder hört man in diesen Wäldern den Rasenden Roland, geht auch lange Strecken an dessen Schmalspurgleisen entlang. Zu Gesicht bekamen wir ihn übrigens nicht…
Bei Ankunft in Sellin hat man etwa die Hälfte der Wanderung geschafft, je nach Route (es gibt verschiedene Wanderrouten durch diesen Dschungel). Leider ist der Strand in Sellin aufgeschüttet, daher recht schmal und nur über eine steile Treppe aus zu erreichen; außerdem nur etwa 150 m in jede Richtung groß. Wie hier ein Ostseebad entstehen konnte, ist also eines der ungelösten Rätsel der Menschheit. Sellin selber hat ebenfalls viele Bädervillen und Bauhaus-Architektur zu bieten, ist jedoch keineswegs so schön wie Binz. Ein Zentrum fehlt, eine ausladende Promenade ebenso. Auch der Kurpark ist klein und am Abhang gebaut, was für ältere Leute bestimmt nicht besonders einladend ist.
Der Rückweg verlief nicht durch den Wald, sondern entlang der Steilküste. Und zwar stellenweise direkt den Abgrund entlang. Teilweise mit atemberaubenden Ausblicken, vereinzelt auch nicht ungefährlich, immer aber fast abenteuerlich. Dies war keine Wanderung für Anfänger. Alleine schon die Wegstrecke von 20 km oder 6 Stunden auf den Beinen reichte aus, um abends heftig Treibstoff einzufordern – in Form von Fisch selbstverständlich: ökologisch einwandfrei und regional angepasst. Lecker!

Steilküste   Granitzer Wald   Biggi vor Steilküste   Steilküste

Jagdschloß Granitz   Nebengebäude   Selliner Seebrücke   Selliner Seemöwe

 

  

 

Die Feuersteinfelder bei Neu Mukran auf Rügen

Was, zum Teufel, sind Feuersteinfelder? Weizenfelder sind bekannt, auch Magnetfelder. Onkel Jürgen machte seinerzeit die Kornfelder populär. Aber Feuersteinfelder? Ernten Feuerzeughersteller dort die Rohstoffe für ihre Produkte?
Die Wahrheit findet sich mal wieder in der Geschichte: Sturmfluten vor einigen Tausend Jahren haben diese Steinwälle, bestehend aus vielen Millionen kieselstein- bis faustgroßen Gesteinsbrocken, aufgetürmt. Da danach der Meeresspiegel absank, blieben die Steinfelder jenseits der Küste im Landesinnern liegen und schimmeln seitdem vor sich her, wenn sie nicht ab und zu von Touristenfüßen getreten werden.
So richtig interessant ist dieser Ausflug eigentlich nicht. Das Ziel, ein großer (bzw. eher langer) Haufen von Steinen, mag für Geologen aufschlußreich und lesenswert sein. Alleine, für Wölfe blieb außer ein paar verbrauchten Kalorien nichts hier liegen.
Da war der Anblick des Hafens von Neu-Mukran, den wir vom Parkplatz des Ausgangspunktes der Wanderung aus sehen konnten, schon viel interessanter (hier etwas weiter unten auf dem Foto zu sehen). Die Kräne ragen wie Urzeitmonster in den Himmel. Der Hafen ist auch Ziel bzw. Ausgangspunkt für die großen Überseefähren und damit Sehnsuchtspunkt vieler Auswanderer, die alles hinter sich lassen wollen...

Neu Mukran - Hafen     Viele Blaubeeren hier   Wald ohne Ende

Feuersteinfeld   Feuersteinfeld   Feuersteinfeld   Feuersteine ohne Ende

 

  

 

Kreideküste und Königsstuhl auf Rügen

Der Königsstuhl liegt im Nationalpark Jasmund, Deutschlands kleinstem Nationalpark. Die Wanderung von Sassnitz aus in Richtung Königsstuhl, dem bekanntesten Kreidefelsen Rügens, führt entlang des steinigen Strandes und ist wirklich ziemlich anstrengend. Die ungezählten Kieselsteine in allen Größen am Strand erschweren ein Vorankommen. Für die knapp 5 km am Strand sollte man schon mal anderthalb bis zwei Stunden einplanen. Dann geht es weitere 4 km durch den Wald und oberhalb der Steilküste entlang, die streckenweise über 100 m hoch ist und senkrecht in die Tiefe fällt. Immer wieder sieht man Bäume direkt an der Absturzkante, die jeden Moment der Schwerkraft nachgeben können. Zu nahe sollte man nicht an der Kante entlanggehen. Stückweise sind auch Abschnitte gesperrt, aber das juckt viele der Wanderer hier nicht.
Schließlich schimmert durch die Bäume das senkrechte Weiß des Königsstuhls hindurch. Es ist schon ein erhebender Anblick, weil die Kreidefelswände wirklich an die 120 m senkrecht runtergehen. Tief unten schimmert das Wasser grünlich-milchig, weil ständig Felsbrocken abbrechen und ins Meer kullern. Das Betreten des Strandes geschieht daher auf eigene Gefahr…
Diese Wanderung mit spektakulären Aussichten ergab eine Ausbeute von eindrucksvollen Bildern sowohl in Pixel als auch im Kopf. Der Rückweg vom Königsstuhl nach Sassnitz, noch einmal gute 9 km durch dichten Wald, hätte auch mit dem Bus bewältigt werden können. Aber wer fährt schon Bus, wenn er einen der schönsten Nationalparks Deutschlands erkunden kann?

Steilküste   Kreidefelsen   Kormoran vor Segelschiff   Abstürzende Bäume

Ganz schön hoch   Der Kaiserstuhl   Da unten stocherten wir durch den Kieselstrand   Da unten auch...

 

  

 

Bodden und Meer bei Glowe auf Rügen

Welch schöner Ort auf Rügen. Meer und Bodden bei Glowe. Auf der einen Seite der Bodden: flach, windig, die Oberfläche von kleinen Wellen gekräuselt – ein Waschbrett-Meer. Eine Farbe wie grau-blauer Schiefer. Schon beim Anblick glaubt man, die Kälte des Wassers krieche einem die Hosenbeine hoch. Aber weit gefehlt. Der Bodden sieht nur kalt aus, ist es aber nicht. Man sieht Bodden-Angler, bis zu den Hüften im Wasser stehend. Reiter mit ihren Pferden durchpflügen das am Ufer knietiefe Wasser. Die Schwanen-Mamis paddeln mit ihren Kleinen im Ufer-Schilf und lassen einen ziemlich nahe kommen.
Schlägt man sich vom Strand weg in Richtung Land, so wandert man eine Weile durch den Kiefern-Wald, bis man nach ca. 30 min wieder auf Wasser stößt. Hier ist die Landenge nicht vom Bodden, sondern vom Meer begrenzt. Das Wasser hat eine andere Farbe, und die Wellen sind größer. Hier ist das offene Meer. In der Ferne sieht man das Kap Arkona, der nördlichste Punkt Deutschlands. Der Strand ist hier breit. Der Sand ist fein und schneeweiß. Warum sieht man trotzdem kaum Menschen hier? Vielleicht ist die Ostsee noch zu frisch. In Binz hat sie gerade mal 18°. Hier im Norden Rügens, in der Nähe der offenen See, dürfte es noch etwas kälter sein.
In Glowe fanden wir den Endpunkt dieser Wanderung in einer Eisdiele. Welch freudiger Zufall. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit zu einem riesigen Schweden-Becher, bevor es wieder nach Binz zurück und zum Abendessen in Oma’s Küche ging (leider nicht so empfehlenswert wie die hiesige Strandhalle).

Storchenfutter   Angler im Bodden   Paradies für Segler   Ostsee vor Glowe

Ferienkaten bei Glowe   Bodden bei Glowe   Die verdiente Belohnung: ...   ...ein dicker Eisbecher

 

  

 

Um die Insel Ummanz

Ummanz – sozusagen eine Insel auf der Insel Rügen. Seit Anfang letzten Jahrhunderts mit der großen Insel mittels einer kleinen Brücke verbunden, kann man Ummanz auf dem Landweg auch nur auf diesem Wege erreichen.
Die vorwiegende Farbe auf dieser Wanderung war grün. Hier überwiegt die Landwirtschaft. Weite Wiesen mit Kühen, manche auch mit Pferden, prägen das Bild. Kornfelder reichen so weit der Blick schweift. Hier liegt viel Natur herum, es ist eine beschauliche, aber auch abwechslungsarme Wanderung. Plattenwege machten den Großteil der Strecke aus. Sie sind relativ leicht zu bewandern, aber auch nicht besonders anspruchsvoll, da sie schnurgerade durch die Landschaft führen. Man frißt halt die Kilometer, aber mehr auch nicht.
In etwa 3 Stunden hat man Ummanz umrundet. In dieser Zeit sind uns wenig Wanderer begegnet, kaum Autos, und auch die Fahrradwanderer fielen nicht ins Gewicht. Man sollte sich für die Tour durch Ummanz vorbereiten und Verpflegung mitnehmen. Wegzehrung und Trank kann man unterwegs nämlich eigentlich nur in Waase ergänzen, dem Ausgangspunkt und Ziel der Rundwanderung. Und wer die Kraniche beobachten will, der sollte nicht im Juni anreisen, sondern sich den Frühling oder den Herbst aussuchen.

Vorbereitung für den Selbstauslöser und hierunter...   Unspektakuläre Wege auf Ummanz   Kornblume mit Kamille   1000 Mohnblumen auf Rügen

... das Ergebnis   Viel Landwirtschaft auf Ummanz   Mohnblumen an den Wegesrändern   Insel innerhalb der Insel: Ummanz

 

  

 

Auf der Insel Hiddensee...

...kann man sich nicht verlaufen. Man braucht auch keinen Wanderführer oder GPS Tracker. Es gibt im Prinzip nur einen Weg: längs über die Insel: vom Ort Kloster über den Ort Vitte (sprich: Fitte) zum Ort Neuendorf. Und zurück. Per Fahrrad. Oder per Pferdekutsche. Oder per pedes. Andere Fortbewegungsmittel gibt es keine, sieht man mal von dem kleinen, ca. 12sitzigen E-Bus ab, der die Dörfer miteinander verbindet. Halt. Auch der Müll ist bequem: die Müllabfuhr besitzt ebenfalls einen Wagen. Und der Inselarzt auch. Und das war es auch schon. Mehr Verkehr läßt die einzige Straße der Insel wohl gar nicht zu.
Betritt man Hiddensee nach ca. 25 min Fährüberfahrt, so ist es so, als tauche man ab in eine langsamere Zeitzone. Das Fehlen jeglichen Verkehrs entschleunigt sämtliche Zeitabläufe. Da sich jeder langsam fortbewegt, kommt erst gar keine Hektik auf. Ob man nun in zwei Stunden (bei zügigem Gehen) am anderen Ende der Insel ankommt oder in vier Stunden, ist nicht entscheidend, da es hier eh nichts zu tun gibt. Der Weg ist hier das Ziel, und der Weg macht Spaß. Eine lange Pause auf einer der niedrigen Bänke an der westlichen Promenade ist dringend zu empfehlen und gibt mehr Ruhe, als man denkt.
In Vitte, auf der Inselmitte gelegen, gibt es eine ganze Reihe von Geschäften, über einem Discounter, Bäckerei, Metzgerei bis hin zu Präsentläden und Bekleidung ist ziemlich viel zu bekommen, was aber der insgesamten Beschaulichkeit keinen Abbruch tut. Ob man aber hier seinen gesamten Urlaub verbringen möchte, ist eine ganz andere Frage und steht hier gar nicht zur Debatte. Man genieße einfach die Ruhe und reinige seinen Kopf.

Im Hafen von Kloster   Pferdekutsche Und Fahrrad   Entschleunigte Zeit auf Hiddensee   Kurze Foto-Rast

Bei Inselankunft in Kloster   Hummel auf Hiddensee-Promenade   Möwen wie Perlen auf der Schnur   Stimmungsvolles Hiddensee

 

  

 

Am Kap Arkona auf Rügen

Das Kap Arkona war 2013 der sonnenreichste Ort Deutschlands. Diesen besonderen Ort im nordöstlichen Teil von Rügen war uns eine etwa einstündige Anfahrt mit dem Wagen wert. Dank Lara, unseres fast unfehlbaren Navigationsgerätes – ebenso clever wie Lara Croft, daher der Name -, fanden wir einen günstigen Parkplatz in der Nähe des Kaps. Als Touristenpunkt gibt es hier kaum kostenlose Parkplätze, aber 4 Euro für den ganzen Tag empfanden wir als recht entspannt, vergleicht man mal die Parkkosten mit Düsseldorfs Innenstadt.
Konnten wir einige Tage zuvor von Glowe aus - bei unserer Wanderung an Bodden und Meer - bereits das Kap aus der Ferne bewundern, so hinkt die Wanderung am Kap selber dieser Vorwegfreude nicht hinterher. Mag der Schwierigkeitsgrad auch nicht besonders hoch sein, so ist doch die Ausblicksdichte bemerkenswert. Die 2 Euro Eintritt auf den Leuchtturm sollte man übrigens in Kauf nehmen. Von da oben aus (etwa 150 durchnummerierte Stufen) hat man einen herrlichen Blick über die nordöstliche Landzunge. Man sieht die Ostsee, die Kreidefelsen am Kap und die Kornkreise in den Getreidefeldern. Deren Entstehen ist allerdings nicht auf Aliens zurückzuführen, sondern auf Schädlingsbekämpfungstouren mit Traktoren.
Ein Teilstück der Wandertour führte entlang des Strandes. Auch hier fanden sich wieder zahllose Kiesel, Feuersteine, kleinere und größere Felsbrocken und Gestein aller Art. Aber unsere Suche nach Hühnergöttern blieb nicht von Erfolg gekrönt. Dafür bekamen wir in Vitt einen wunderbaren fangfrisch geräucherten Fisch, den wir abends dann vor dem Fernseher verputzten, während unsere Jungs sich gegen die USA die Waden heiß liefen…

Blick vom Leuchtturm   Der Leuchtturm am Kap Arkona   Blick vom Leuchtturm   Steilküste am Kap

Die Wölfe am Kap   Das Kap selber   Hauptstadt der Kornblumen; Rügen   Leuchtturm am Kap Arkona

 

  

 

Rundweg Zicker Berge auf Rügen

Die Halbinsel Mönchgut ist einer der schönsten Landstriche auf Rügen. Viele schmale Landzungen schauen aus dem Meer. Sanfte Hügel – für Nordländer alpin, für andere nur Anfängerschräge – schmiegen sich ins Bild, die höchsten von ihnen knappe 70 m über dem Meeresspiegel. Das ist das Alibi für ihren Spitznamen. Aber immerhin: eine Wanderung hier führt bergauf, bergab und hinterläßt tatsächlich so etwas wie Muskelkater in den Waden. Und bleibende Eindrücke. Denn immer wieder reißen unvergleichliche Fernblicke über die Gewässer auf. Weitere Landzungen und Halbinseln in der Ferne schimmern rötlich bis hellbraun im bläulichen Wasser der Ostsee. Viel Dunst verhinderte leider hier das eine oder andere gelungene Panoramafoto.
Etwa zur Halbzeit der Wanderung erreichten wir Groß Zicker, ein verschlafenes, aber idyllisches kleines Dörfchen, dessen größte Attraktion ein kleines, windschiefes, reetgedecktes Häuschen ist. Das Pfarrwitwenhaus hätten wir bei der Durchquerung des Dorfes aber beinahe übersehen, weil es eigentlich nicht anders als viele Häuser hier aussah. Ach so, der einzige Laden des Ortes macht von 12 bis 15 Uhr Mittagspause. Wer sich hier mit einer Erfrischung versorgen möchte, sollte vor- oder nachmittags einlaufen.
In Gager fanden wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung wieder. Dreieinhalb Stunden Alpen-Feeling waren „abgelaufen“. Naja. Die Alpen sind eine Nummer zu groß als Vergleich. Können auch drei Nummern sein.

Meeres-Stillleben   Das Pfarrwitwenhaus   Biggi und Klaus   Kirche von Grß-Zicker

 

  

 

Vom Schmachter See zu den Lubkower Niederungen und dem Dollahn

Rügen gehört zu den sonnenreichsten Regionen innerhalb Deutschlands. In vielen Jahren scheint nirgendwo die Sonne länger als hier. Davon haben wir auf dieser Wanderung nichts gemerkt. Unser wichtigstes Utensil heute war nicht der Beutel mit den Pausenbrötchen, sondern der Regenschirm. Dieser verhinderte freilich nicht, daß wir feuchte Füße bekamen. Und das trotz der gerade erst erstandenen wasserdichten Wander-Sneaker einer weltbekannten Firma mit der Wolf-Tatze als Logo.
Der Regen war aber nicht das Hauptproblem. Was viel lästiger war: die Lubkower Niederung ist offensichtlich die natürliche Heimat der gemeinen Stech-Bremse. Sie wehrt sich gegen jegliche Art von Eindringlingen, insbesondere Touris in kurzen Hosenbeinen, mit intensiven Stech-Attacken. Nachdem also der Regen aufgehört hatte, kamen die surrenden Plagegeister angeflogen und attackierten jeden Fetzen blanker Haut, derer sie habhaft werden konnten. Nach kurzer, aber erfolgloser Gegenwehr gaben wir auf und nahmen die Beine in die Hand. Ohne Rast, aber mit beachtlichem Durchschnittstempo entkamen wir der wilden Horde und sorgten gegen Ende unseres Urlaubes noch einmal für einen erwähnenswerten Kalorienverbrauch pro Stunde.
Weitgehend ereignis- und höhepunktlos hingegen blieb die Wanderung an sich. Es gab kaum etwas Erwähnenswertes am Rande dieser Wanderstrecke: Wald und Wiese wie gehabt, aber weder nennenswerte Ausblicke noch Foto-Motive am Streckenrand. Und nicht eine einzige Eisdiele weit und breit…

Nahe den Lubkower Niederungen   Die Lubkower Niederungen   Stechgebiet der gemeinen Bremse   Bescheidenes Wetter auf dieser Tour

 

  

 

Zum Palmer Ort auf Rügen

Eigentlich hätten wir gewarnt sein müssen. Lara, unsere (fast) unfehlbare Navi-Hilfe, konnte den Ort Grabow, Ausgangspunkt unserer Wanderung auf der südlichen Halbinsel Zudar, nicht finden. Mithilfe einer zusätzlichen Navigationshilfe per Smartphone fuhren wir schließlich von Zudar aus mitten in die Pampas hinein. Über einspurige Platten- und Feldwege kamen wir letztendlich in Grabow an. Und … fanden einen Geisterort vor. Ein Dutzend verlassener, verfallener Häuser bildete den südlichsten Ort von Rügen. Zum Palmer Ort, dem südlichsten Zipfel Rügens, war es nicht mehr weit. Der Wanderroute folgend, stießen wir alsbald auf einige Waldarbeiter, die trotz der Wärme mit langen Hosen und Jacken herumstanden. Auf unseren freundlichen Gruß erwiderten sie verwundert, ob wir denn wirklich noch weitergehen wollen. Ja, ein paar hundert Meter weiter noch, bis zur Südspitze. Ob uns denn auch klar sei, dass das Gebiet hier zeckenverseucht sei. Nein, woher sollen wir das denn wissen. Jetzt seien wir aber gewarnt. In diesem Falle sähen wir von einem Weitergehen ab.
Und so kam es, dass wir den südlichsten Punkt der nördlichen Insel Rügen nie erreichten.

Auch hier: Kornblumen en masse   Verlassenes Dorf auf Zudar: Grabow   Die Ratten haben das sinkende Schiff Grabow verlassen   Auch auf Zudar: Landwirtschaft

 

  

 

Wegstreckenstatistik

  Hinfahrt Rückfahrt
Strecke 718 km 712 km
Zeit 7 Stdn 09 min 7 Stdn 29 min
Anzahl Staus 0 1 (9 km)
Ø Benzinverbrauch 5,9 l / 100 km 6,0 l / 100 km
Ø Geschwindigkeit 112,1 km/h 105,1 km/h

 

 












Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 26.07.2014

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