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Ein Sommer in Süd-Tirol (Juni/Juli 2012)

 

"Du?"
"Ja, was denn?"
"Die Seite hier .. die heißt doch Süd-Tirol, oder?"
"Ja. Und?"
"Ich seh hier aber Fotos vom Bodensee. Der ist doch gar nicht in Süd-Tirol, oder?"
"Stimmt. Aber die Wölfe haben auf der Hinfahrt nach Süd-Tirol 2 Nächte Zwischenstopp am Bodensee eingelegt. Die Fotos davon sind auch auf dieser Seite zu sehen."
"Ach so. Ich seh hier aber auch Fotos vom Schwarzwald. Der ist doch auch nicht in Süd-Tirol, oder?"
"Nein. Aber auf der Rückfahrt nach Hause haben die Wölfe eine Zwischenübernachtung im Schwarzwald gemacht. Die Fotos davon siehst du halt auch hier, weiter unten."
"Ach so."

 

 

    Die Promenade von Langenargen    
  Schloss Montfort   Seepromenade von Langenargen  
Schwan vor Alpen Einleitung: AM BODENSEE Hafen von Meersburg
Auf Mainau Der Bodensee. Einer der wärmsten Flecken Deutschlands. Wenn in Düsseldorf noch ein halber Meter Schnee liegt, kann man am Bodensee bereits nackt baden. Na gut, übertrieben. Wahr ist aber: als wir in Düssi losfuhren, herrschte dort knapp 18° C unter einem wolkenverhangenen Himmel. Bei Ankunft in Langenargen etwa sechs Stunden später gab es heiße, wolkenlose 30° C. Also, wer hat jetzt recht?
Unser beider erster Aufenthalt an Deutschlands größten See wird von netten, sommerlichen, leichten Erinnerungen geprägt:
- Bootsfahrt nach Mainau mit Besichtigung dieser extravaganten Blumeninsel;
- Besuch von Meersburg und Friedrichshafen - beides mit der Linienschifffahrt, die zwar teuer ist, aber mit der man so ziemlich jeden sehenswerten Ort entlang des Sees erreichen kann;
- Hefeweizen-Abend in Langenargen;
- Sonnenuntergang hinter den Bergen am See;
- Feuerwerk über dem Wasser an unserem zweiten Abend ...
... alles fand bei herrlichstem Sommerwetter statt. Diese erste Etappe in unserem knapp dreiwöchigen Urlaub war schon fast perfekt. Bis auf die Unterkunft, das Hotel Schiff. Keine langen Worte an dieser Stelle - hier kann man sich unsere Bewertung über das Hotel Schiff genauer anschauen.
Drei Tage später fuhren wir weiter. Zum Hauptziel nach Süd-Tirol.
Der Hefe-Wolf
Basilika Birnau Biggi hat sich mal wieder nen Freund angelacht
  Der Bodensee von Mainau aus   Die Hummel vor Bodensee  
    In Meersburg    

 

 

 

Urlaubsziel: SÜD-TIROL

 

Die Brunnenburg
A - Dorf Tirol und Umgebung

So muss es sein - in dieser Gegend muss das Sprichwort "Leben wie Gott in Frankreich" entstanden sein. Dorf Tirol - oder, wie der Italiener sagt: Tirolo - hat wahrscheinlich ein paar Mal 'Hier' gerufen, als Gott die landschaftlichen Reize verteilte. Hoch über dem Meraner Talkessel, mit unvergleichlichem (und unverbaubarem) Blick auf den malerischen Kurort Meran, liegt Tirolo dem Himmel - und damit dem Paradies - ein Stück näher als andere Orte auf dieser Erde. Hier kommt einem "La Dolce Vita", vielleicht sogar "Dolce far niente" in den Sinn. Tirolo bietet dem Touristen alleine schon durch seine Lage eine Urlaubsatmosphäre, die man nur selten an einem Urlaubsort erleben kann. Wir haben uns auf Anhieb in dieses Tal, diesen Ausblick, diesen Ort verliebt. Das liegt bestimmt nicht zuletzt an der Landschaft dieses einwohnermäßig kleinen Ortes. Die Gemeinde Tirolo erstreckt sich über viele hundert Höhenmeter, vom Zenoberg (auf 514 Metern) bis hin zu den Spronser Seen auf knapp 2300 Metern Höhe. Auch wenn die bebaute Gemeinde nicht bis in diese Höhe hinaufreicht, so ist Tirolo von einem durch die Höhenunterschiede bestimmten kontrastreichen und vielfältigen Landschaftsbild geprägt.
Schloss Tirol
An der Kirche im Dorf-Zentrum Kirche St. Pietro
Tirolo Dorfzentrum: die Promenade Schloss Auer in Tirolo Am Falkner-Weg Das 'Seminario' Die Pferde-Rennbahn von Meran

 

 

Ausblick vom Balkon
B - Unsere Unterkunft: Hotel Turmwies

Mit dem Hotel Turmwies hatten wir uns ein familiär geführtes Drei-Sterne-Hotel mit netten, sauberen Zimmern und einer erstklassigen Küche ausgesucht, die von Familie Prantl geführt wird. Der Herr des Hauses steht hier persönlich hinter den Töpfen und zaubert handwerklich gut gemachte, oft auch pfiffige, immer aber leckere Speisen auf die Teller. Im Herbst sorgt er - als passionierter Jäger - wohl selber dafür, dass frisches Wildbret in die Töpfe kommt. Frau Prantl hat uns jeden Abend bei der Bewirtung ein anderes Dirndl vorgeführt - ein nettes Detail, wie überhaupt das ganze Haus aus netten Details besteht. Wer einmal hier war, der wird begreifen, was gemeint ist, ansonsten sollte man sich man das Album des Hotels anschauen. Jedenfalls kehren wir hier gerne nochmal ein, wenn es uns mal wieder nach Tirolo verschlagen sollte...
Hotel Turmwies
   
Himmelbett im Zimmer   Hotel-Pool   Das Zimmer: romantisch

 

 

Start Algunder Waalweg
C - Waalwege

Waale sind künstlich angelegte Bewässerungskanäle (fast wie kleine Bäche), die Wasser von Flüssen oder anderen Gewässern abzweigen und es dahin transportieren, wo es benötigt wird. Sie befinden sich mehr oder weniger auf einer Höhenlinie entlang der Berghänge und haben daher ein kaum redenswertes Gefälle. Die Waalwege sind nichts anderes als Instandhaltungswege für den Waal an sich und führen nebenher. Mit anderen Worten: Waalwege sind der Abenteuer-Parcours für die ältere Generation. Hat man erst einmal den Einstieg in den einen oder anderen Waalweg geschafft, so ist die weitere Wanderung - obwohl im Gebirge - recht einfach zu bewältigen. Wie schon damals die Levadas auf Madeira, haben wir diese Art von Wanderwegen ins Herz geschlossen und die Meraner Waalrunde fast komplett abgegrast. Nur wenige dieser Waale haben wir uns in den zwei Wochen unseres Aufenthaltes nicht erwandert.
Kuenser Waalweg
Auf dem Algunder Waalweg Am Partschinser Waalweg
Weiteres vom Partschinser Waalweg Hütte des Marlinger Waalweg-Behüters Waale: teilweise wild und ursprünglich Marlinger Waalweg führt auch durch Apfelplantagen Am Marlinger Waalweg

 

 

Von Tirolo nach Meran: die Tappeiner Promenade
D - Meran und Schenna

Apfelbäume, soweit das Auge reicht. Millionen von ihnen "bevölkern" den Meraner Talkessel, der mit Tirolo per pedes, per Sessel oder per Faulheit verbunden ist. Die jährliche Apfelernte in Süd-Tirol würde jedem Menschen auf dieser Erde einen Apfel bescheren. Die Blüte im Frühjahr muss ein wunderbarer Anblick sein. Die Apfelplantagen reichen bis weit in die Stadtgrenzen von Meran herein. Trotzdem ist der insgesamte Eindruck von Meran eher mediterran denn ländlich. Die Altstadt bietet jede Menge shopping-Möglichkeiten, und die Eisdielen sind nicht zu zählen. Das Kurhaus und die Wandelhallen haben einen fast morbiden Charme, ebenso wie der Sissi-Park, während die Therme mit dem angrenzenden Thermenpark, kaum einen Steinwurf vom Kurhaus entfernt, wieder auf eine moderne Großstadt schließen lassen. Meran bedeutet laissez-faire und Gucci-Generation, dolce vita und deftig, italienische Leichtigkeit gepaart mit österreichischer Gemütlichkeit. Uns hat es gefallen.
Schenna hingegen nicht so sehr. Schenna liegt ähnlich wie Tirolo an einem Hang im Talkessel, etwas außerhalb von Meran, bietet aber bei weitem nicht die reizvolle Dorfstruktur wie Tirolo. Wir haben hier auch nur eine einzige offene Eisdiele vorgefunden, als wir hierher wanderten. Wenn das mal kein Grund ist, kein weiteres Wort über Schenna zu verlieren...
Von Meran nach Tirolo: Sessel-Lift für Fusskranke
Eine andere berühmte Touristin in Meran: Sissi Die Kirchen von Schenna
Der Talkessel von Meran im Zentrum von Schenna
Wild und ungestüm: die Passer vor Meran Nur noch Wild: die Passer in Meran Das Meraner Kurhaus Die Wandelhalle von Sissi Atlas?

 

 

Enzian
E - Fauna, Flora, Klima

Wie schon vor einem Jahr in Oberstdorf hat uns der Sommer in den Bergen verzaubert. Die Farbenpracht der Natur ist legendär, und was könnte schöner und vielfältiger sein als eine blühende Wildwiese? Huschende Eidechsen und bunt schillernde Schönechsen haben unseren Weg gekreuzt. Wir haben zwar keine Gams in natura gesehen, aber dafür Rehe und anderes Großgetier. Es ist erstaunlich, wieviel Ziegen hier auf den Almen gehalten werden. Sollte der Ziegenkäse aus Süd-Tirol kurz davor stehen, die Welt zu erobern?
Eines ist jedoch trotz aller Vielfalt unumstritten: der wahre Herrscher des Meraner Tales ist eindeutig der Apfel. Egal wo man sich aufhält oder hinfährt: Apfelbäume und -plantagen prägen das Bild. Das Klima und die Wetterglocken sorgen für ein gutes Wachstum des grünen Goldes. Wetterglocken? Wenn ein Unwetter mit Hagel droht, dann läuten die Pfarrer ihre Kirchturmglocken. Durch die Schwingungen der Glocken werden die dunklen Wolken abgelenkt, und der Hagel zerstört die Apfelblüten oder die jungen Früchte nicht. So jedenfalls der O-Ton der Süd-Tiroler Ureinwohner. Der Haken? Wenn man nicht dran glaubt, dann wirkt es nicht...
Kamille
Eidechse 'Echte' Ziegen
Akelei Feuerlilie
Rittersporn Weinbergspfirsich mit Hummel Mittagsblume Pferde mit Hummel Sommerflieder

 

 

Im Naturpark 'Texelgruppe'
F - Wandern im Gebirge

Zwei Wochen Urlaubshitze mit Temperaturen jenseits der 30°. Das war unser Urlaubswetter in Süd-Tirol. Was wie ein toller Strandsommer klingt, kann im Gebirge ganz schön schweißtreibend sein. Jep. War es auch. Hat uns aber nicht davon abgehalten, tagtäglich "in den Berg zu gehen". Nein. Nicht mit Steigeisen und Seil. Sondern mit Wasserflasche und Apfel. Wir haben unsere Wanderschuhe jeden Tag fünf bis acht Stunden gequält. Dies ist die einzige Option, die deftigen Süd-Tiroler Speisen halbwegs unbeschadet zu überstehen. Natürlich waren viele gemütliche Fußmärsche (Stichwort: Waalweg) und die eine oder andere Abkürzung dabei. Aber wir unternahmen auch Touren durchs Hochgebirge mit Höhenunterschieden von 1.500 m, z.B. zu den Spronser Seen im Naturschutzgebiet Texelgruppe (nie mehr wieder, Alter, isch schwör'!). Die Spronser Seen haben uns übrigens gut gefallen, auch der Partschinser Wasserfall. Am besten gefiel uns aber die ein- oder zweistündige Erholung am Pool nach den Tagesmärschen. Tja, man wird älter und genießiger...
Im Gebiet Meran 2000
Die Spronser Seen Im Gebiet Meran 2000
Gebirgshummel Steile, aber gut befestigte Gebirgswege 97m hoch: der Partschinser Wasserfall Der Meraner Höhenweg Wasserfall im Spronser Tal

 

 

    Bad Liebenzell    
  Burg Liebenzell   Am Fluß Nagold  
Hotel Koch Epilog: IM SCHWARZWALD Im Monbachtal
Im Monbachtal Auf der Rückfahrt von Italia nach Germania legten wir zwei Nächte Pause in Bad Liebenzell ein, einem kleinen Ort im Schwarzwald, dessen Haupt-Attraktion die Paracelsus Therme ist. Die Therme war jedoch bei unserer Ankunft seit ca. 1 1/2 Jahren geschlossen, weil sie renoviert wurde. Diese Zeit hatten etwa ein Drittel aller Geschäfte, Restaurants und Hotels nicht überlebt. Wir waren in einen sterbenden Ort hineingeraten. Zumindest sah Bad Liebenzell zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes so aus. Zum Glück für die einheimische Wirtschaft sollte die Therme in Kürze wiedereröffnen. Wir hatten aber nichts davon. Wir konnten zusehen, wie wir in diesem abgefahrenen Ort unter strömenden Regen ein halbwegs anständiges Lokal finden konnten.
Ja, wir fanden tatsächlich einen netten Italiener, wo wir eine knusprige Pizza und eine süffige Flasche Wein bekamen. Auch am zweiten Abend fanden wir einen akzeptablen Griechen. Aber wir hätten nicht einen Tag läger bleiben dürfen, sonst hätten wir mit der ortsansässigen Döner-Bude vorlieb nehmen müssen. Oder ein Restaurant zweimal besuchen. Man kann schon verstehen, dass die einheimische Wirtschaft die Wiedereröffnung der Therme aufs Heftigste herbeisehnte.
Das Hotel Koch, in welchem wir ein wunderbares Garni-Hotel gefunden hatten, bot uns ein überraschend großes und toll eingerichtetes Fremdenzimmer mit einem riesigen Badezimmer plus Balkon. Der Frühstücksraum war frisch renoviert, das Frühstück bot große Vielfalt, und sowohl Personal als auch die Familie des Hause war freundlich und hilfsbereit. Zwei Nächte waren zu wenig für diese nette Unterkunft. (Nur Bad Liebenzell möchten wir so nicht mehr erleben...). Hier kann man sich unsere Bewertung zum Hotel Koch durchlesen.
In Bad Liebenzell
Kuchenpause Eispause
  Im Monbachtal   Im Monbachtal  
    Im Monbachtal    

 

 

"Hey!"
"Was ist?"
"Boa .. der Urlaub hier .. in Tirol und so .. der war anscheinend deeer Hit, wenn ich die Zeilen richtig gedeutet habe, oder?"
"Jep. Kannste von ausgehen."
"War aber bestimmt anstrengend, oder?"
"Das Wandern? Nö. Man ist zwar abends kaputt, aber insgesamt erholt man sich besser als in zwei Wochen am Strand."
"Echt?"
"Ja."

 


 








 



Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 21.05.2015

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