Fuerteventura im Sommer 2017

 

Sommer, Sonne, Sand und Strand. Was will man mehr? Meer. Natürlich. Gutes Essen. Einen schönen Wein dazu. Und noch so einige Dinge, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde.
Aber für den Anfang schon ganz nett. Wir haben uns für diesen Spaß in diesem Jahr die schöne spanische Insel Fuerteventura ausgesucht. 14 Tage zum Relaxen und das Büro einen lieben Mann sein lassen. Ja. Gib es uns! Hier ist der Bericht.

 

  

 

Das Hotel

 

Allgemein

Wir haben selten Urlaub in einem Hotel mit einem derart sensationellen Meerblick gemacht. Die exponierte, unverbaubare Lage einige Meter oberhalb des kilometerlangen Sandstrandes ist – neben dem erstklassigen Service – eindeutig der größte Aktivposten des Iberostar Fuerteventura Palace.
Aber auch die Küche hinkt nicht weit hinterher. Im großzügig angelegten Restaurant haben wir uns (fast) immer einen Tisch auf der Terrasse, unter einem der vielen Schirme, ausgesucht. Bei rechtzeitigem Erscheinen, und weil das Hotel nicht ausgebucht war, kein Problem. In der Hochsaison mag das anders aussehen.
Für fast jeden Tag der Woche gab es einen eigenen Themenabend am Buffet. Mal japanisch, mal italienisch oder auch lokal-kanarisch: immer lecker, im frisch, immer knackig. Die „üblichen“ Bewirtungserzeugnisse eines Abend-Buffets wie Salate und sonstige Teller-Füllstoffe gab es neben diesen kulinarischen Besonderheiten natürlich auch. Die Speisen wurden teilweise im Restaurant selber ge-showcooked und haben uns wirklich nicht nur satt, sondern auch Freude gemacht.

Beim Hotel-Gebäude selber – ein architektonisches Überraschungs-Ei – nagte bereits der Zahn der Zeit. Ein wenig nagte dieser auch in den Zimmern, insbesondere in den Bädern. Eine Renovierung steht im Winter 2017/2018 an, über mehrere Monate soll das Hotel geschlossen bleiben und großflächig renoviert werden. Insbesondere der Pool-Bereich und die Prestige-Zimmer sollen den geänderten Anforderungen der verwöhnten Sterne-Klientel angepasst werden. Im Zuge dieser Maßnahmen soll dann auch der fünfte Stern her. Lassen wir uns überraschen, wenn (falls!!!) wir in ein paar Jahren nochmals herkommen sollten.

     

 

Der Pool

Der Prestigebereich im Pool ließ keine Wünsche offen. Abgetrennt von der Masse der Standard-Kategorie am Haupt-Pool, gab es hier, an einem exquisiten zweiten Haus-Pool, mehr Platz, mehr Service und mehr Luxus. Mehrmals pro Stunde liefen die Kellner herum und fragten, ob man gerne einen Drink hätte, oder ob es denn etwas aus der Küche sein dürfe. Ein Stück Kuchen oder vielleicht etwas Obst? Der kaum geäußerte Wunsch war in wenigen Minuten erfüllt. Der Service durch die wirklichen freundlichen, gut geschulten Kräfte war sehenswert.
Leider war auch der Prestige-Bereich nicht vom Winde verschont. Oft genug lagen wir auf unserem Bali-Bett und versuchten uns auf die eine oder andere Weise vor dem stetigen Wind zu schützen. Was dem einen sein Freund – Windsurfer und Wellenreiter hatten ihre Freude – war des anderen Leid. Frierpitter’s Schicksal: hier herrschte keineswegs die Hundshitze, sondern eher die Hummelkälte. Dies war halt der Nachteil der exponierten Lage mit weltmeisterlichem Weitblick: der fortgesetzte Passatwind fand hier die volle Breitseite...

     

 

Das Zimmer

Wir fanden ein sauberes und geräumiges Zimmer vor. Sämtliche Prestige-Zimmer können mit einem grandiosen Meerblick aufwarten, der alleine schon diesen „kleinen“ Aufpreis so gut wie wettgemacht hat.
Die Zimmermädchen haben zwei Mal am Tag die Handtücher gewechselt und bei dieser Gelegenheit des öfteren ein Handtuch-Tier hinterlassen. Mal ein Krebs, mal ein Schwan, Seehund oder Elefant: eine nette kleine Überraschung hat uns fast immer erwartet, wenn wir nachmittags vom Pool kamen und uns für den Abend fertig machen wollten.
Abends waren dann die Zimmer bettfertig hergerichtet, und ein kleines Betthupferl gab es auch immer.
Und auch den Balkon haben wir reichlich genutzt: hier konnte man herrlich den Abend ausklingen lassen und die blaue Stunde über dem Meeresstrand genießen. Selbstverständlich mit einem Fläschchen Wein, persönlich aus der Bar entliehen, wo auf der Theke die großen Eis-Schüsseln mit den diversen Weinsorten zur mehr oder weniger freien Verfügung standen.

     

 

  

 

Strand und Meer

Zwischen dem Strand von Jandia und der Promenade, die zweieinhalb Kilometer lang ist und Jandia mit Morro Jable verbindet, gibt es eine biologische Seltenheit. Hier findet man die Salzwiesen des Feucht- und Naturschutzgebietes „Humedal Saladar de Jandia“. Sie sind Teil des Biosphärenreservates von Fuerteventura und unterliegen dem strikten Verbot, das von einem Holzzaun umfasste Gebiet zu betreten. Mehrere gekennzeichnete Wege führen hindurch, so dass man schon von der Promenade zum Strand kommt, aber immer mit einem (kleinen) Umweg verbunden. Leider verführt dieser kleine Umweg viele faule Touris, den kürzesten Weg (= durch das Sperrgebiet) zu nehmen. Dies ist einerseits für die Natur schädlich, und andererseits für die Urlaubskasse. Denn wenn man erwischt wird, hagelt es empfindliche Strafen.
Mehrmals im Monat ist das gesamte Gebiet tagelang vom Meerwasser überschwemmt. Nur ein Streifen Strand zwischen Meer und Salzwiesen bleibt übrig, auf dem die Strandliegen den Kampf mit den Wellen aufnehmen (und ab und an auch verlieren). Hier aalen sich die Leute in der Sonne und lassen sich sandstrahlen. Mal mit mehr und mal mit weniger textiler Bekleidung, je nach Gusto. FKK wird hier geduldet, verursacht jedoch manchmal Augenkrebs.

     

     

 

  

 

Morro Jable

Morro Jable ist ein kleiner Ort mit dem Charme eines alten Fischerdorfes. Es liegt etwa zweieinhalb Kilometer entfernt und ist mit Jandia und unserem Hotel durch eine prächtige, breite, asphaltierte Promenade verbunden, die zur Verhinderung von >> B O N G << in einen Teil für Fußgänger aufgeteilt ist und in einen Teil für Inliner und Jogger. Wir sind an einem ziemlich windigen Vormittag mal hierher gewandert, um uns den Ort näher anzusehen.
Viele Restaurants und Läden laden zur Einkehr und zum Verweilen ein, und natürlich sieht man auf den ersten Blick, dass wir uns in einer Touristenhochburg befanden. Dies nicht zuletzt dank einiger Ferienanlagen, die entlang des langgezogenen, breiten Strandes entstanden sind. Trotzdem bietet der alte Stadtkern auch heute noch den Flair eines verwunschenen Fischerdorfes. Das imposante Panorama des relativ großen Hafens und der Blick übers Meer bis hin zum Horizont unterstreichen diese Ausstrahlung. Im Hafen sieht man Fähren, und wie wir später erfahren haben, besteht hier eine Fährverbindung zu den anderen kanarischen Inseln.
Unsere Fotoausbeute war auf diesem kleinen, aber interessanten Ausflug tatsächlich immens. Malerische Ecken wechselten ab mit bemerkenswerten Aussichten, und bei einem nochmaligen Urlaub auf Fuerte würden wir eher ein Hotel direkt in (oder nahe bei) Morro Jable aussuchen. Hier ist das Meer viel ruhiger, der Passatwind ist kaum zu spüren, und abends hat man ungleich mehr Möglichkeiten, noch etwas zu unternehmen oder einfach nur mal ein wenig zu flanieren…

     

 

  

 

Was sonst noch zu erwähnen war

Streifenhörnchen haben auf Fuerteventura keine lange Tradition. Sie sind Mitte letzten Jahrhunderts mit Schiffen eingeschleppt worden und haben sich in kurzer Zeit zur sprichwörtlichen Landplage entwickelt. Sehr zur Freude der Touristen, die diese putzigen Kerlchen gerne füttern. Sie sind dabei ganz schön wählerisch. Die Hörnchen. Nicht die Touristen.
Auch die Papageien nehmen längst nicht alles, was man ihnen so als Snack hinhält. Äußerst beliebt sind Erdnüsse (in der Schale, nicht die gesalzenen!). Aber auch Walnüsse und Nuss-Variationen werden ganz gerne genommen. In der Nähe des Leuchtturms bei Jandia gibt es eine Stelle, wo sie einem das Zeug aus der Hand fressen. Der eine oder andere Schnabel kommt dabei auch mal mit dem einen oder anderen Finger in Kontakt, autsch. Auch verfangen sich ab und zu Vogelfüße in langen Haaren, doppelt autsch. Aber wer Spaß haben will, muß halt leidensfähig sein.
Sogar die Esel, die in der Nähe des alten Tierparks wild leben und manchmal den Verkehr behindern, wenn sie auf der Straße rumlungern, sind handzahm. Ich würde allerdings nicht alle zehn Finger darauf verwetten. Aber für ein Leckerchen lassen sie sich schon mal auf Zelluloid … äh … in Pixel … bannen.

Eines Morgens schauten wir aus dem Fenster und wunderten uns, wie neblig es war. Kaum konnte man die Sonne durch die milchglasartige Luft am Firmament ausmachen. Das orange bis ockerartige Licht erinnerte uns an unseren letzten Urlaub auf dem Mars, ha ha. Beim Gang nach draußen wurde die Haut stumpf und mehlig. Die Luft war warm wie in der Dampfsauna, und das Atmen wurde schwieriger. Des Rätsels Lösung?
Es war der Kalima, der heißen Wind und Unmengen von Sand aus Nordafrika hergebracht hat. Mehrmals im Jahr kommt er zur Insel auf Besuch und bringt tonnenweise Sand, aber auch Insekten und Vögel her. Letztere sind oft ob der unfreiwilligen Reise derart geschwächt, dass sie hier sterben. Ein bis mehrere Tage dauert dieses Naturphänomen, das uns am Abend dieses Urlaubstages um 22:30 Uhr noch 36° Lufttemperatur bescherte.

     

 


 












Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 20.08.2017

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