Oberstdorf & St. Martin im Spätsommer 2017

 

 

"Also ... was ist das denn nun hier?"
"Was meinst du?"
"Die Seite hier .. ist das nun ein Bericht aus Oberstdorf oder einer aus St. Martin in der Pfalz?"
"Falsch."
"Was ... falsch? Wieso "falsch"?"
"Die Frage lautet nicht: Oberstdorf ODER St. Martin."
"Sondern?"
"Die Antwort lautet: Oberstdorf UND St. Martin. Auf der Rückfahrt von Oberstdorf nach Hause gab es noch 5 Tage Zusatzurlaub in St. Martin."
"Ach so."

 

 

Erstes Urlaubsziel: Oberstdorf

 

A - Der Ort im Jahre 2017

Das Allgäu - unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer der Wölfe, die mit einer 2 Mann starken Besatzung 2 Wochen unterwegs sind, um fremde Allgäu-Gebiete zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von NRW entfernt dringen die Wölfe in Gebiete vor, die nie ein Wolf zuvor betreten hat.
Uns gefällt immer wieder die Mischung aus Dorfcharakter und urbaner shopping-Atmosphäre. Hier wabert das Kuhfladen-Aroma durch dieselbe Straße, auf der man in den Schaufenstern Jack Wolfskin wear neben Kenzo Düften oder Nike Schuhen bewundern kann. Frei nach dem Motto: „Trittst Du in den Kuhfladen, mußt Du in den Schuhladen
Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes fand auch der Bike Marathon 2017 statt. An diesem Tag war der Ort voller Biker, und viele Straßen waren gesperrt. Auch die meisten Wanderwege rund um Oberstdorf waren vom Rennen betroffen – sei es direkt, durch Sperrungen, oder indirekt – durch die Biker, die auf den nicht gesperrten Wegen um Haaresbreite an uns „einfachen“ Wanderern vorbeirasten. Der Fahrtwind zersauste uns die Haare…
D

 

 

B - Unsere Unterkunft: Das ALPJUWEL

Und wieder einmal gab es einen Besitzerwechsel in unserem Oberstdorfer Stammhaus. Wie bei jedem Wechsel vorher, gab es auch dieses Mal die eine oder andere Neuerung. Den größten der Art kann man hier auf den Fotos bewundern: die große Eibe vor dem Haus (immerhin ehemals sicherlich über 20 m hoch) war gefällt worden. An ihrer Stelle steht nun ein Steinbock, geschnitzt aus dem Stamm des ehemaligen Baumes, in dreieinhalb Tagen von einem lokalen Künstler herausgearbeitet. Wie so etwas geht? Einfach nur alles wegschneiden, was nicht nach Steinbock aussieht…
Unser Appartement ‘Lavendel‘ hatte sich seit dem letzten Besuch nicht viel verändert. Die Accessoires waren reduziert worden (sehr gut!); dafür mußten wir nun den Brötchenservice selber organisieren (sehr schlechte und teure Brötchen, das war kein guter Semmeldienst im Allgäu). Könnte sein, dass wir beim nächsten Aufenthalt hier eine andere Pension mit Frühstück buchen. Sorry, mußte gesagt werden.
Ansonsten gab es hier nichts zu meckern. Wer sich beim Bäcker die Brötchen selber holt oder morgens Brot isst, wird sicherlich hier auf seine Kosten kommen…
   
   

 

 

C - Wanderungen ...

…gibt es derer viele an der Zahl. Es gibt blaue, rote und schwarze Wanderstrecken. Sie unterscheiden sich wie folgt:
Schwarz: nur für die Ureinwohner des Allgäus (siehe „Flora und Fauna“) und für hier geborene Menschen geeignet.
Rot: für Flachlandtiroler und Ehepaare, die mit Kinderwagen unterwegs sind
Blau: kompatibel für nicht schwindelfreie Wölfe
Auch in diesem Bergurlaub haben wir die allermeisten Wanderwege vor Ort abgegrast. Manchmal wurden wir von schwindelerregend schnellen Bikern abgehängt (die wir immer mit rhythmischen Händeklatschen angefeuert haben); manchmal wurden wir auch von einer wilden Horde Kühe aufgehalten, die sich am Almabsperrgitter zusammendrängelten und ein Weiterkommen unmöglich machten und zu einem halsbrecherischen Umweg über Weidezäune zwangen (ebenfalls hier auf einem der Fotos zu sehen).
Fürs nächste Mal, liebe Wölfe, folgt hier eine To-Do-Liste der Wanderungen; bitte dann dementsprechend abarbeiten:
- Zur Spielmannsau (inkl. Pausen ca. 5 ¼ Stunden) -
- Vom Walmedinger Horn runter nach Baad (ca. 2 Stunden) -
- Von der Kanzelwand am Fellhorn vorbei zur Schlappold-Alpe, von dort über Laiter zurück (inkl. Pausen ca. 5 Stunden) -
- Ins Oytal und zurück (inkl. Pausen ca. 4 Stunden) -
- Zur Gaisalpe über Wallraffweg und zurück über den Wiesenwanderweg (inkl. Pausen ca. 3 ¼ Stunden). Achtung! Der Rückweg sollte nicht über den Tobel stattfinden (viel zu steil), sondern den Fahrweg entlang -
- Hoch nach Gerstruben und zurück (inkl. Pausen ca. 4 1/2 Stunden). Es reicht, diesen Ort einmal besucht zu haben -
- Breitachklamm wäre beim nächsten Mal auch nicht mehr nötig. Dieses Spektakel mal wieder gesehen zu haben, reicht für viele Jahre -
- Und noch ein Tipp: bitte nie mehr von der Nebelhorn Bergstation Höftatsweg zur Mittelstation Seealpe den Fahrweg runter! Die teilweise mehr als steile Strecke überfordert Fußgelenke und Wolfs-Waden.

 

 

D - Speis und Trank

Die üblichen Ernährungsgesetze sind im Land der Schweinshaxen und Kässpatzn außer Kraft gesetzt. Hier wird zum (zweiten) Frühstück bereits Bier getrunken, und schon Babys nagen an den Knochen der Schweinebeine. Kalorien werden hier anders gezählt und anders vom Körper verarbeitet. Aus diesem Grund wandern die deftigen Speisen und Getränke auch nicht direkt auf die Hüfte, sondern erst nach Rückkehr aus dem Urlaub zu Hause.
Da es im Lande der Almen und Wiesen weitaus mehr Milchproduzierstätten (landläufig auch "Rindviecher", "Kühe") als Menschen gibt, steigt hierzulande der Buttermilch-Pegel stetig an. Aus diesem Grunde haben wir uns gefreut, der einheimischen Bevölkerung auf unseren Wanderungen zu helfen, indem wir zur Mittagszeit herum auf den Almhütten ein großes Glas Buttermilch (mit oder ohne Sirup-Zusatz) vernichteten. Schmackhaft, gesund und gehaltvoll – der ideale Flüssig-Snack in den Bergen hier. Aber abends gab es dann gerne mal das Alternativ-Programm: Bier mit Bier. Prost!
       

 

 

E - Fauna, Flora, Klima

Die eingeborenen Ureinwohner des Allgäus sind die Kühe. Mühsam, Stück für Stück, hat sich der Mensch Lebens- und Wohngebiete von den Ureinwohnern abringen müssen. Ein ewig währender Kampf um Territorien ist hier entbrannt, und es bleibt unklar, wie diese Auseinandersetzung ausgehen wird. Schon alleine der Menge der Kühe wegen haben wir manchmal das Gefühl, dass sich der Mensch hier auf Dauer wird unterordnen müssen.
Auf unseren Wanderungen haben wir die verschiedensten Tiere sehen dürfe – bisher aber nie einen Steinbock, und auch der Alpensalamander hat sich bisher vor uns versteckt. Ein Alpenskorpion hingegen hat nicht schnell genug die Straße überquert und wurde daher von uns eingefangen (natürlich nur auf Foto). Ansonsten haben sich in den letzten Jahren hier, so unser Eindruck, die Ziege und das Schaf mehr und mehr etablieren können. Dies ist sicherlich auf die gestiegene Nachfrage nach Ziegen- und Schafskäse und anderen -produkten zurückzuführen. So bieten die Milch-Produzenten auch fürs Auge mal eine nette Abwechslung.

 

 

Zweites Urlaubsziel: Die Weinlese in der Pfalz

 

A - Ort, Umgebung und Hotel
St. Martin. Was für ein Kontrastprogramm zu Oberstdorf! Wehte dort noch der Kuhdung-Duft durch die Straßen, so ist es hier, im Pfälzer Zentrum des Weinanbaus, der Geruch vergorener Trauben, der einem in die Nase (und auch etwas zu Kopfe) steigt. Seit unserem letzten Besuch hat sich ansonsten im Ort selber nicht viel geändert.
Wir genossen zum ersten Mal den Service des Hotels Schneider und waren rundum zufrieden. Hier, wo unser pfälzischer Weinlieferant Herr im Hause ist, konnten wir nach Lust und Laune verschiedene Weine verkosten und so die .. äh .. wichtige .. äh .. Arbeit der Auswahl der Weine, die wir mit nach Hause nehmen wollten, direkt im großzügigen Weinkeller erledigen. Eine harte Arbeit, die uns bisweilen rote .. äh .. Nasen bescherte. Aber einer muß sich ja opfern…



 


 

B - Wandern, Weine und Genuss
Die größte Gefahr in einem Urlaub in der Pfalz besteht darin, auf 0 Promille zurückzufallen. Diese Gefahr ist im Tageslauf dann am allergrößten, wenn man zur Wanderung aufgebrochen ist und die Mittagszeit hinter sich gelassen hat. Spätestens um diese Zeit sollte man in Betracht ziehen, einen Bier .. äh .. Weingarten aufzusuchen, um der drohenden Gefahr mit einem Glase Federweißen Herr zu werden.
In diesem Jahr war die Weinlese zum Zeitpunkt unseres Urlaubes bereits zu 90% erledigt. Das bedeutete für die Winzer etwas Gutes, aber für uns Wanderer zwischen den Bergen nichts anderes, als dass es keine Trauben mehr zum Abnaschen gab. Die Reben waren leergefegt, also mußten wir uns etwas anderes als Wegzehrung ausdenken. Kein Problem – hier wächst zu dieser Jahreszeit so ziemlich alles, was gesund ist und satt macht.
Eine besondere Ehre war es uns, vom Hausherrn persönlich durch den Weinkeller geführt zu werden. Eine ausführliche Erklärung zu den verschiedenen Arbeitsschritten wurde vertieft durch die Verkostung verschiedener ganz junger Maischen. Trauben, die vor kaum einer Woche gelesen wurden, schmecken schon wieder anders als 14 Tage alter Most. Präzise bekamen wir Auskunft auf alle unsere (Laien-)Fragen, und es machte einfach Spass, den Winzer in seinem Element zu erleben. Seine Augen leuchteten, und an seinen Erklärungen war herauszuhören, wieviel Spass sein Beruf ihm macht. Ehrlich gesacht, wär ich auch lieber Winzer geworden, als im Büro zu hocken. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert…
Wir kommen gerne wieder und werden unseren Aufenthalt dann wieder im Hause des Consulates des Weines verbringen!

 

 

 

Ach so, hier sind sie noch - Daten, die die Welt nicht braucht: die Wolf'sche Streckenstatistik

  Düs - O'dorf O'dorf - St. Mar. St. Mar. - Düs
Strecke 620 km 333 km 310 km
Zeit 7 Stdn. 07 Min. 4 Stdn. 09 Min. 3 Stdn. 15 Min.
Anzahl Staus einige 0 0
Stau-Zeit 45 min 0 min 0 min
Ø Verbrauch 7,0 l / 100 km 6,6 l / 100 km 7,1 l / 100 km
Ø Speed 91 km/h 84 km/h 98 km/h

 

 








 



Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 22.10.2017

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