Söll am Wilden Kaiser 2019

 

A - Der Ort Söll und Umgebung

Zum zweiten Mal nach 2016 verschlug es uns an den Wilden Kaiser nach Österreich. Söll, einer der drei oder vier Orte am Fuße des bizarren Gebirgsmassivs – einigen wir uns auf vier: Söll, Scheffau, Ellmau, Going – hatte im Gegensatz zum letzten Aufenthalt hier den Vorzug vor Ellmau bekommen, weil hier etwas mehr los zu sein scheint als in Ellmau. Söll hat schon des öfteren Preise beim Wettbewerb "Blühendes Dorf" für die innerörtliche Bepflanzung bekommen. Und wirklich sieht man allerorten eine blühende Pracht. Sei es an Strassenlaternen, Kreuzungen, öffentlichen Grünanlagen oder auch privaten Balkonen – Tausende von Pflanzen begleiten den Ort bis spät in den Herbst hinein und sorgen für eine bunte Ougenweide.
Bekanntlich ist die Gegend um den Wilden Kaiser herum die Heimat vom Bergdoktor. Die Bergdoktorwochen sind jedes Jahr ein großes Ereignis hier. Viele Touristen und Bergdoktor-Fans kommen extra um diese Zeit hierher, um die Stars live zu erleben. Unser Urlaub hier fiel mitten in diese Zeit hinein. Das war wirklich reiner Zufall, ehrlich, isch schwör‘ !!!
Na, jedenfalls schauten wir uns die Stars ebenfalls an. Und die Original-Drehorte der Serie kann man hier im Fotoblock ebenfalls sehen. Was im Fernsehen wie ein Ort aussieht, ist in Wirklichkeit an vielen verschiedenen Orten gedreht und geschickt zusammengeschnitten worden. Wir haben sie alle besucht und hier so geschickt zusammengestellt, dass sie ebenfalls aussehen wie EIN Ort.

 

 

B - Das Hotel Bergland

Wir fanden ein schnuckeliges, familiär geführtes Hotel vor, welches – hört, hört – ein kleines Alpjuwel birgt: Die Küche und das Küchenteam ist sensationell! Auf den ersten Blick sah das Buffet etwas karg aus, aber – weit gefehlt! Kleine Schmankerln, mengenmäßig abgepasst auf die Belegung des Hotels, beherrschten das Geschehen von den Vorspeisen bis zum Dessert. Pappsatt und mit Anregungen auch ideell gesättigt verließen wir abends den Tisch im geschmackvoll eingerichteten Restaurant. Die Weinpreise hielten sich auch noch so im Rahmen. Zwischen 20 und 30 Euro legten wir – je nach Sorte – für eine Flasche am Abend an.
Das Einzige, was wir – bzw. 50 % von uns, nämlich der Wolf – beim Speiseplan vermisst haben, war zwischendurch mal eine anständige Schweinshaxe. Aber leider ist das gesamte Gebiet hier kein Haxengebiet. Wir sahen zwar immer mal wieder Wutzen in ihren Ställen oder auch mal auf der Bioweide, aber sie hatten allesamt keine Holzbeine, die auf Haxen-Zubereitung schließen lassen würden…
Was unser Zimmer betraf, möchten wir allerdings eine leise Kritik anbringen. Wir wollen mal davon absehen, dass unser Zimmer (Nr. 203) dringend in nächster Zeit renoviert werden müsste. Einige andere Zimmer wurden bereits renoviert und unseres wird sicherlich auch bald "dran" sein. Im Zuge dieser Renovierung sollte man allerdings von den vorhandenen vier Betten zwei Stück entfernen und dafür eine anständige Couch reinstellen. Gibt zwar weniger Geld, aber mehr Zufriedenheit bei den Gästen...
Leider hatten wir auch keine reine Freude mit dem Balkon, denn es handelte sich um einen ums Haus umlaufenden Balkon ohne Abtrennung für die einzelnen Zimmer. Wir wollten weder Kleidung oder Schuhe zum Trocknen rauslegen, noch hatten wir Lust, uns mit wildfremden Leuten einen Balkon zu teilen. Überdies hatten wir zwar einen schönen Blick auf den Wilden Kaiser. Wer aber die Gegebenheiten vor Ort kennt, der weiß, dass das Kaiser-Massiv im Norden des Tales liegt und somit nur von einem Nordbalkon aus gesehen wird. Ein Nordbalkon hingegen ist um diese Jahreszeit kaum noch geeignet zum Draußen-Sitzen und Wein-Schlürfen. Und wir hatten ausdrücklich einen West- oder Südwestbalkon angefragt...
   

 

 

 

C - Wandern im Gebirge

Wie bereits in früheren Berichten über dieses schöne Fleckchen Erde erwähnt, sind die Berge hier bestens erschlossen. Sommers wie winters kann man hier seine Urlaubs-Zeit hervorragend gestalten. Für Groß und Klein gibt es jede Menge Abenteuer und Spielspaß. Das Wandern macht besonders viel Freude, wenn man sich den Luxus einer Mehrtages- oder Dauerkarte für Bergbahnen gönnt und oben auf dem Berg seine Wanderungen unternimmt. Auf dem Hexenwasser (von Söll aus hoch) kann man weiter bis zur Hohen Salve fahren oder hier, auf halber Höhe bleibend, leicht wandern und auf verschiedenen Almen rasten und schlemmen.
Die Hartkaiserbahn bringt einen von Ellmau aus hoch zur Ellmi’s Zauberwelt, wo nicht nur die Kids im Zauberwald ihren Spass haben, sondern auch die großen Menschen, die hier hervorragend den Tag auf der Alm verbringen können. Man wandert entweder zur Brandstadlbahn hinüber (ca. 1 Stunde) oder hangelt sich von Alm zu Alm. Überall ein Schnapserl, und schon ist man nachmittags lecker abgefüllt . . .
Ein anderer heißer Tipp ist der Hintersteiner See, den man von Scheffau aus mit dem Wanderbus erreichen und in gut anderthalb Stunden umrunden kann. Der Panorama-Rundweg, eine recht einfache Wanderung, bietet viele schöne Ausblicke und zwei Einkehrmöglichkeiten, wo es von Snacks bis kompletten Menus hin alles gibt, was Herz und Magen begehrt...
   

 

 

 

D - Die Berg-Alm als Solches

Almen sind im Gebirge in etwa das, was die Raststätten an den Autobahnen darstellen. Man kehrt ein und genießt eine – mehr oder weniger lange – Pause. Entlang der Autobahnen gibt es vielleicht alle 50 km eine größere Raststätte. In den Bergen sollten die Almen auch nicht in allzu weiter Entfernung voneinander stehen, damit die Bergwanderer genügend Möglichkeiten haben, sich von den Strapazen der Kletterei zu erholen und den Tank wieder aufzufüllen. Am Wilden Kaiser ist die Almendichte legendär. Besonders zwischen Brandstadl- und Hartkaiser- Bergbahn kann man von einer Alm bereits die nächste sehen und so entscheiden, ob man den nächsten Jagertee hier oder dort trinkt…
Viele der hier angesiedelten Almen sehen aus, als seien sie direkt dem Nachlass von Fred Feuerstein entsprungen. Urige, aus grobem Holz geformte Bänke und Tische wurden mit Fellen belegt und sehen total idyllisch aus. Holzvertäfelungen an Decken und Wänden vermitteln eine mittelalterliche – oder besser gesagt - fast schon steinzeitliche Atmosphäre. Der rustikale Eindruck setzt sich in Details fort und lädt insgesamt zum längeren Verweilen ein – insbesondere wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. Hier seien insbesondere die Wochenbrunner und die Rübezahl Alm genannt, aber auch die Ellmauer Alm passt sich mit ihrem Ambiente diesem rustikalen Einrichtungsstil an! Einige der hier genannten Almen kennt man übrigens von diversen Musiksendungen aus dem Fernsehen – hier wird gerne das eine oder andere Heimatmusi-Schmankerl gedreht…
Innenaufnahmen der drei zuvor genannten Almen sind jeweils hier im Fotoblock zu sehen. Die Wochenbrunner Alm – direkt unterhalb des bizarren und sägezahnartigen Massivs des Wilden Kaisers gelegen und daher leicht zu erkennen – liegt entlang der Ellmauer Sonnseitrunde. Dies ist einer der schönsten Wanderungen überhaupt hier in der Gegend und unbedingt empfehlenswert. In drei Stunden ist man durch und hat einige Höhenmeter in den Knochen und einen wunderschönen Ausblick auf das Tal, in dem die vier Kaiser-Orte Ellmau, Scheffau, Going und Söll liegen. Überdies ist man durch die Steinkreise gewandert und hat seinen Geist gereinigt, äh...
Ob wir wohl nochmal hierher kommen? Dies war unser zweiter Urlaub am Wilden Kaiser. Beide Male war das Wetter ein Thema. Es war nicht unbedingt mies, aber auch dieses Mal gab es wieder drei Tage am Stück hindurch Regen. Das schlägt schon ein wenig aufs Gemüt. Auch wenn man anschließend mit trockenem Herbstwetter entschädigt wird, so bleibt der Regen ohne Unterlaß doch im Gehirn haften und gibt vielleicht bei einer zukünftigen Urlaubsplanung den Ausschlag zugunsten eines anderen Urlaubszieles. Pech gehabt, Kaiser. Das hättest Du Dir vorher überlegen können.
   

 

 

Wegstreckenstatistik

  Hinfahrt (30.08.2019) Rückfahrt (14.09.2019)
Strecke 719 km 723 km
Zeit 7 Stdn. 54 min 7 ½ Stdn.
Anzahl Staus 0 1 (5 km, 15 min)
Ø Benzinverbrauch 7,4 l / 100 km 7,4 l / 100 km
Ø Geschwindigkeit 99 km/h 94 km/h

 

 


 








 



Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 03.11.2019