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Julianadorp / Niederlande im Februar 2016

 

Wie bereits vor 10 Jahren, so haben wir auch in diesem Jahr ein paar Tage an der holländischen Nordseeküste eingeschoben. Im Februar 2016 haben wir uns für eine Woche hier den Kopf freipusten lassen. Um diese Zeit weht der Wind einen fast weg, deshalb ist eine gute Kondition erste Bürgerpflicht. Direkt gefolgt von der Obliegenheit, ein paar Flaschen anständigen Weines sowie eine großzügige Fuhre Kaminholz mitzubringen (letzteres war kein Problem. Dank ELA war unser Holzvorrat gut gefüllt). Und das kam dabei raus:

 

  

 

An der Nordseeküste ..

.. oder: Der Star ist der Strand! Egal ob Sommer oder Winter: hier kann man immer erholen und "die Seele baumeln lassen". Auch wenn die Wolkenformationen teils dramatisch oder bedrohlich aussahen, so kam doch immer wieder die Sonne hervor. Der Farben- und Lichtzauber kann schon atemberaubend sein. Wenn es nicht schon der Gegenwind ist.
Die Wanderungen in die eine Richtung (Den Helder) oder in die andere (Callantsoog) sind nicht immer leicht. Bei Flut muß man streckenweise durch den weichen Sand stapfen – ich sach ma so: Spezialtraining für Haxen und Hintern! Bei Ebbe – dieser Zustand gefällt uns wesentlich besser! – ist der Strand breit und der Sand hart. Allerhand Muscheln und sonstiges Meeresgut tummelt sich entlang der Priele und macht den Weg kurzweilig. Da der Hinweg gleich dem Rückweg ist, ist man gut beraten, zuerst gegen den Wind zu laufen. Wenn man dann müde ist, kann man sich auf dem Rückweg vom Rückenwind schieben lassen. Harhar. Es sei denn, der Wind wechselt in der Zwischenzeit die Richtung. Das passiert in ungefähr 70% aller Fälle.
Neben den ganzen Meerestieren sieht man auch den einen oder anderen Schatzsucher. Sie grasen mit Metallsuchgeräten den Strand ab und hoffen auf den großen Fang. Das ist so ähnlich wie Lotto-Spielen. Vom Gefühl her, mag man denken. Aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt…
Egal wie das Wetter gerade ist oder woher der Wind weht: eine Wanderung den Strand entlang ist eine wunderbare Entschleunigung des Lebens und füllt die Batterien in Rekordzeit, ich schwör!

     

     

 

  

 

Bungalow Seestern 121

Was soll man Großartiges über einen Bungalow sagen, der in einem großzügig angelegten Bungalowpark mit 150 oder 200 weiteren Bungalows gleicher oder ähnlicher Bauart liegt? Man könnte zum Beispiel etwas über die Abwicklung mit dem Vermieter erzählen. Verlaufen Kontakt und Abrechnung reibungslos, erfolgt die Rückzahlung der Kaution zügig? Oder man könnte sich über Ausstattung und Sauberkeit der Räumlichkeiten auslassen. Sind die Küchen- und sonstigen Geräte in gutem Zustand, ist die SAT Anlage gut eingestellt, ruckelt das WLAN Netz, gibt es dreckige Stellen im Schlaf- oder Badezimmer? Auch könnte man sich über die Technik und Lage des Bungalows unterhalten. Funktioniert die Heizung reibungslos oder liegt die Terrasse Richtung Süden?
Nö. Brauchen wir an dieser Stelle nicht. Alles war perfekt. Den Vermieter des Bungalows Seestern 121 kann man ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Punkt.

     

 

  

 

Naturparks und -schutzgebiete in der Umgebung

 

Het Swanenwater

Das Naturschutzgebiet Het Swanenwater (“Schwanensee”) liegt eine Stunde Fußmarsch (am Strand entlang) südlich von Julianadorp. Das knapp 600 ha große Gebiet beherbergt zwei Seen und eine abwechslungsreiche Dünenlandschaft. Mehrere Rundwanderwege durchkreuzen das Gelände, einer davon ist mit guten 2 km schnell zu erwandern. Der zweite, etwas längere Rundweg führt an verschiedenen Beobachtungsstationen vorbei. Gut geschützt vor Vogelblicken können hier interessierte Naturliebhaber und ambitionierte Ornithologen die Vögelwelt an den beiden Seen beobachten.
Direkt am Eingang, nahe an der Stadtgrenze zu Callantsoog, befindet sich ein kleiner Parkplatz, auf dem man kostenlos parken kann. In der Saison wird er allerdings schnell überfüllt sein. Ach ja, a propos überfüllt: bei sehr nassem Wetter sind die Seen schnell mal hier oder da übergelaufen und die Wege somit auch schon mal streckenweise überflutet. Wir wären mit Wasserstiefeln eindeutig besser bedient gewesen als mit unseren halbhohen Wanderschuhen…

     

     

 

De Donkere Duinen

Der Naturpark Donkere Duinen (“Dunkle Dünen”) liegt eine Stunde Fußmarsch (am Strand entlang) entfernt nördlich von Julianadorp, damit südlich von Den Helder. Viele dunkle Tannen und wohl auch die teilweise schwarze Erde verleihen dem Ort diesen passenden Namen. Aber es gibt auch lichten Mischwald mit hellem Sandboden. Überall hört man Vögel zwitschern. Rotkehlchen kommen neugierig angeflogen (s. Foto unten). Aber auch Hasen und Füchse sind anzutreffen – die letzteren hat man freilich nur gerochen, nicht gesehen.
Durchs ganze Areal ziehen sich Wander- und Radwege. Trotz zahlreicher Wanderer sieht man wirklich eine Menge Natur auf einem kompakten Stückchen Erde. Wälder sind hier in der Gegend eher Mangelware, deshalb kreucht und fleucht es hier, geballte Ladung Wald vor Ort, allerorten. Ein empfehlenswerter Ausflug!

     

 

  

 

Das Getier hier

Logischerweise sind in dieser Gegend vor allem Meeresvögel anzutreffen. Beweis: der Großteil unserer tierischen Fotoausbeute besteht aus Vertretern dieser Tierweltsparte – siehe unten. Viele von ihnen hocken in Gruppen träge in der Nähe der Dünung auf einem Bein und hoppeln auch mit nur einem Bein etwas weiter, wenn man ihnen nahe kommt. Frei nach dem Motto: ja nicht zu viel bewegen…
Nebenher haben wir aber auch das große Glück gehabt, den einen oder anderen Seehund zu entdecken. Wenn einer in Strandnähe ist, taucht er nur alle paar Minuten mal zwischen den Wellenbergen auf. Neugierig schaut er dann in Richtung Strand und hat manchmal das große Glück, den einen oder anderen Menschen zu entdecken…
In den ausgedehnten Dünen gibt es zahlreiche großräumig eingezäunte Bereiche. Rad- und Wanderwege führen mitten hindurch Hier sieht man hin und wieder das neuerdings häufiger anzutreffende schottische Hochlandrind. Man sollte ihnen freilich nicht zu nahe treten. Nein, nicht weil sie furchtbar riechen (tun sie das überhaupt?). Sondern weil sie mit einem Gewicht bis zu einer Dreivierteltonne schon gewisse Rammbockqualitäten haben. Glücklicherweise sind sie relativ gutmütig, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Insbesondere wenn sie Nachwuchs haben.
Auch Wildpferde kann man an verschiedenen Plätzen finden. Wir tippen hier mal auf das Dülmener Wildpferd. Wobei es sich aber auf dem Foto unten auch um polnische Wildpferde handeln könnte. Das ist leider nicht zweifelsfrei belegbar, weil es nicht mit uns gesprochen hat.

     

     

 

  

 

Was sonst noch zu erwähnen war

Wie generell an der Küste und auf den allermeisten bewohnten Inseln, gibt es auch hier viele hohe, schlanke Gebäude, die man Leuchttürme nennt. Man hat sie angepflanzt, damit man als Schiff nicht aus Versehen in die Küste reindonnert. Denn die Küste ist meistens sehr flach und dadurch unübersichtlich. (Das Schiff auf dem Foto unten hat nur gerade so knapp noch die Kurve gekriegt). Außerdem ist es am Fuß des Leuchtturms immer am dunkelsten, und das kommt wiederum dem Küstenschutz zugute. Kann ich auch nicht sagen, warum. Bin ja kein Bot .. Botani .. Pflanzenkundler. Übrigens: eines der Fotos unten zeigt ein Bauwerk namens Leuchtturm. Aber welches?
Uns hat es hier an der holländischen Nordsee wieder gut gefallen. Gerne kommen wir mal wieder hierher. Aber das könnte ein paar Jahre dauern. Denn es gibt viele schöne Orte auf der Welt und nur wenig Urlaub. Da muß man sich schon mal etwas einschränken. Grüße aus Holland!

     

 

 












Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 27.02.2016

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