Sankt Peter Ording im frühen Sommer 2019

 

 

   
St. Peter-Ording allgemein
   
   
Mai 2019: Zum ersten Mal setzten wir unsere Füße in den weltweit bekannten Urlaubsort St. Peter-Ording, der seit ziemlich langer Zeit an der Nordsee liegt. Obwohl, und der aufmerksame Leser wird hier direkt eine leise Kritik herauslesen, AN der See erscheint uns leicht übertrieben. Denn das Meer ist anderthalb Kilometer (Richtung Meer) entfernt. Ja wie ist denn das zu verstehen? Also: Wo St. Peter-Ording sein seebädisches Zentrum mit Promenade hat, sollte dann eigentlich der Strand anfangen, und neben dem Strand sollte das Meer liegen. Aber zwischen Strand und seebädischem Zentrum mit Promenade hat die Natur eine einen Kilometer breite Salzwiese gestellt oder besser gelegt, denn sie (die Wiese) steht ja nicht so in der Gegend rum, sondern .. äh .. liegt da so rum eben. Eben. So. Das ist zwar Natur pur (und steht sogar unter Naturschutz!), aber ist halt nicht Meerblick im eigentlichen Sinne. Der Meerblick beschränkt sich an dieser Stelle auf ein in der Entfernung silbrig glänzendes, schmales Band unterhalb des Horizontes und oberhalb der Salzwiesen. Sogar die Rehe, die in den Salzwiesen rumlaufen und uns das eine oder andere Mal mit ihrem Anblick erfreut haben, hätten bestimmt gerne mal einen Blick aufs Meer erhascht.
Für Abwechslung jedenfalls ist in diesem Ort gut gesorgt. Es gibt eine Menge Geschäfte, die man bei schlechtem Wetter unsicher machen kann (übrigens auch bei gutem Wetter!). Die verschiedenen Zentren der einzelnen Ortsteile bieten jeweils unterschiedliche Augenweiden. Wobei man im Ortsteil Ording nicht wirklich von einem Zentrum reden sollte, dazu ist Ording nun wirklich zu klein. Aber dafür ist es hier eindeutig ruhiger als in den anderen Ortsteilen.
Abends nach den Mahlzeiten kann man hervorragend flanieren und noch das eine oder andere Schmankerl (z.B. ein Eis oder ein Glas Wein) abgreifen. Oder man geht noch mal zur Seebrücke und schaut nach, ob das Meer noch da ist (wenn man die knapp anderthalb tausend Schritte bis zur Wasserlinie nicht scheut).
Der superbreite Strand ist wahrscheinlich der wahre Star vor Ort. Sport vor Ort, der Wind und Platz verlangt, ist allenthalben zu erblicken. Auf dem riesigen Hundestrand können sich die Vierbeiner derart totlaufen, dass sie abends keinen papp mehr machen können. Eine Unmenge Strandkörbe laden zur Tagesbelustigung ein. Ja, wenn das Meer näher am Platz wäre, würden wir hier öfters mal Urlaub machen.
   
       

 

  

 

   
Das Appartement und Verpflegung
   
   
Für 10 Tage Urlaub in St. Peter Ording haben wir uns ein Appartement in einem Haus an der ersten Reihe ausgesucht. Sozusagen mit großem Balkon und direktem Blick aufs Meer. Bei einem der größeren Anbieter, den Utlande Appartements, wurden wir dann auch fündig und haben eine schöne Ferienwohnung gefunden, die preislich noch halbwegs im Rahmen blieb und alle Vorzüge bot, die ein Haus in besonderer Lage bietet.
Der Balkon mit Blick Richtung Südwesten und direkt aufs Meer wurde denn auch fleissig von uns genutzt. Äh .. Meer? Blick? Tja. Die Richtung stimmte zwar. Aber zwischen Meer und Balkon hat die Natur noch einen Streifen Salzwiesen geschoben, unter Naturschutz stehend und nur auf ausgesuchten Wegen begehbar. Der Streifen ist etwa einen Kilometer breit und schiebt das Meer derart weit Richtung Horizont, dass unser Meerblick in Wirklichkeit nur aus einem etwas breiteren, silbrig schimmernden Band bestand, eine Ahnung von Wasser unterhalb des Horizontes und oberhalb der grünen Salzwiesen. Immerhin haben wir an einigen Abenden wenigstens die Gelegenheit gehabt, den flammenden Sonnenuntergang zu bestaunen, und daher war dies alles schon ganz okay.
Die Sauberkeit der Wohnung und des Hauses war ohne Tadel, die Einrichtung der Wohnung akzeptabel und die Betten bzw. Matratzen sogar ganz passabel. Würden wir wieder hierherkommen? In die Utlande Appartements, ja. Das Problem liegt eher im Ort selber. Und das haben wir an anderer Stelle bereits abgehandelt…
Ach ja – ein weiterer wichtiger Punkt: die Verpflegung! Welch ein Glück! SPO bietet dem werten Gast gleich zwei Mal den Sylter Gosch – hier und da. Es kommt ungefähr hin, wenn man sagt, dass wir jeden Abend in einem der beiden saßen und uns frischen, leckeren Fisch in allen möglichen Variationen genossen, dabei eine gut gekühlte Flasche Wein auf dem Tisch, ein Lächeln auf den Lippen und Sonne im Herzen …
Auch mittags gab es meistens ein ökologisch korrektes Fischbrötchen, hier am Ort eindeutig das Lebensmittel mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck, aber dem größten Kosten-Nutzen-Faktor. Auch ein Eis war ab und zu drin, oder eigentlich eher fast andauernd. Einigen wir uns auf etwa zwei Eis pro Tag. Pro Person. Joah, kommt in etwa hin.
   
       

 

  

 

   
Ausflüge und Wanderungen
   
   
Obwohl E-Bikes nicht zu unseren bevorzugten Fortbewegungsmitteln gehören, gibt es doch an der Nordsee drei Gründe, auf einem Ausflug mit dem Rad eines mit motorischer Unterstützung zu wählen:

1. Gegenwind
2. Kein Rückenwind
3. Starker Gegenwind

Für einen Tag mieteten wir uns folglich einen motorischen Drahtesel und fuhren bis nach Tönning, wo es – na was wohl – einen großen Eisbecher zur Mittagsbelohnung gab. Tönning ist etwa 30 km entfernt. Der Weg dorthin besteht zum Großteil aus Radwegen, meistens auf dem Deich entlang. Kurze Strecken sind auch entlang von Strassen zu bewältigen, tun aber der Freude keinen Abbruch. Auf dem Weg sahen wir uns das Eider-Sperrwerk an. Hier entstand ein imposantes Bauwerk, das die Gegend vor Sturmfluten schützen soll. Oben auf dem Sperrwerk kamen wir uns ziemlich klein vor. Selbst mit Hut. Hut ab vor den Erbauern!
Auch das Katinger Watt war nicht weit entfernt und entzückte uns mit einer Herde Büffel, die in einem der Gewässer in aller Seelenruhe ein Bad nahm. Unbedingt Zeit und ein Fernglas mitnehmen. Auch ein Tele-Objektiv schadet nicht.

Ein anderer Ausflug führte uns nach Friedrichstadt, der sogenannten Holländer-Stadt. Der Name kommt, ganz klar, von den vielen Grachten und von den vielen kleinen Häusern, die da so links und rechts an kopfsteingepflasterten Straßen rumliegen. Selbstverständlich durfte in diesem Ort eine Grachtenfahrt nicht fehlen. Auch wenn es sich hierbei eindeutig um eine Touristen - Vergnügung handelt, so haben wir hierbei nichtsdestotrotz eine Menge über diesem Ort erfahren. Leider haben wir das diesjährige Rosenfest knapp verpasst, nicht jedoch die hierzu nötigen Rosenstöcke, die allenthalben in voller Blüte standen und uns stark an den Ort Putbus auf Rügen erinnerte, den wir seinerzeit im Rahmen unseres Rügen-Urlaubes besucht hatten.
Was haben wir noch alles unternommen? Was kann man hier erleben? Natürlich liegt das Weltnaturerbe Wattenmeer direkt vor der Tür, und wir haben uns auf verschiedenen Wattwanderungen fleißig den Schlick durch die Zehen quetschen lassen. Und auf diese Weise die Small Five kennengelernt.
Wir sind durch die Salzwiesen gewandert. Es gibt in den Salzwiesen nur wenige Wege, die für den Menschen freigegeben sind. Flora und Fauna sind dem schwierigen Lebensraum angepasst.
Wir haben die vollständige Sandbank vor SPO abgeklappert und kamen uns zwischendrin immer mal wie die letzten Überlebenden in der Wüste Gobi vor (nicht zu verwechseln mit der wüsten Gabi!).
Und wenn das Wetter mal nicht so gut war, dann reichte uns ein Spaziergang über den Wochenmarkt St. Peter-Ording. Dort kann man allerlei Nützliches und auch Unnützes erwerben oder einfach nur schauen, wie die Handwerker wie z.B. der Glasbläser heutzutage arbeiten…
Es gibt immer etwas zum Schauen oder Erleben. Gerne kommen wir mal wieder hierher zurück. Allerdings erst, wenn das Meer näher an den Ort gebaut wurde.
   
       
       

 

  

 

 

  

 

Fakten, die die Welt nicht braucht:

  Hinfahrt (19.06.2019) Rückfahrt (29.06.2019)
Strecke 520 km 525 km
Zeit 5 Stdn. 47 min 5 Stdn. 45 min
Anzahl Staus 0 0
Ø Benzinverbrauch 6,5 l / 100 km 7,1 l / 100 km
Ø Geschwindigkeit 95 km/h 99 km/h

 











Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 18.08.2019