Mallorca zur Mandelblüte 2019

 


A – CENTRUM IM OSTEN: PORT D'ALCUDIA

Über den Ort Port D'Alcudia ist bereits soviel geschrieben worden und im Internet nachlesbar, dass wir uns weitere Informationen wie Größe, Lage etc. hier ersparen wollen. Nein, wir vermitteln hier unsere persönlichen und äußerst subjektiven Eindrücke von diesem Städtchen, das so wundervoll gelegen ist an einer weiträumigen Bucht mit kilometerlangen Sandstränden und einer Promenade, die schier endlos ist. Naja, vielleicht nicht endlos, aber man braucht schon mal locker eine halbe Stunde, um von einem Ende zum anderen zu gelangen.
Damit ist das Wichtigste eigentlich bereits gesagt. Die Promenade, immer entlang des breiten Sandstrandes, lädt abends nach dem Essen oder in der Nachmittagssonne zum Flanieren ein. Viele Bänke bieten die Möglichkeit des Verweilens, um dem Treiben am Strand zuzusehen oder "Leute zu gucken", die an einem vorbeigehen. Mit einer ordentlichen Portion Spott auf den Lippen ist dies gar nicht mal so uninteressant! (Man sollte seine Meinung jedoch nicht zu laut äußern! Sonst fliegt der Spott auf einen zurück!).
Im großartigen Yachthafen kann man Boote vieler Größen und Preisklassen bewundern. Ein großes Stück der Promenade führt hier entlang, und man kann auf eine der vielen Bänke platznehmen, um den Booten oder den eigenen Sehnsüchten hinterher zu schauen. Oder man setzt sich auf die Terrasse einer Cafe-Bar oder Restaurants, genießt einen Espresso oder eine Sangria, und schaut den flanierenden Touristen und den ausfahrenden Booten zu. Die Möglichkeit, ein Eis auf die Hand zu bekommen, gibt es natürlich auch. Nur war die Auswahl zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes sehr eingeschränkt, da Dornröschen gerade erst aus ihrem Winterschlaf aufwachte.
Ein Stück stadtauswärts Richtung Alcanada, kurz hinter dem Industriehafen, fängt ein brachliegendes Gelände an. Eingezäunt hinter Drahtzaun, stehen hier verlassene Häuser und Villen und warten auf ihren Abriss. Hier, in diesem kleinen Geisterstadtteil, leben nur noch ein paar Esel, die die verlassenen Terrassen abprotzen, und viele Vögel, die sich von einem Bauzaun nicht aufhalten lassen. Aber – Vorsicht, Geheimtipp – hinter diesem Geisterstadtteil fängt eine wunderbare Wohngegend mit grandiosen Villen an, die zum Teil direkt am Meer liegen und einen eigenen Zugang zum Wasser haben. Ein Wanderweg führt hier, direkt am Meer gelegen, bis hinter Alcanada und bis zum Golfplatz entlang. Der Weg ist etwas verschwurbelt und nicht leicht zu finden, bietet aber grandiose Ausblicke und die tollsten Fotomotive. Man halte sich nur an die Richtung zur "Isla Alcanada", und schon ist der Fotospeicher voll!
Alcudia selber, mit seiner sehr gut erhaltenen Altstadt und der begehbaren Stadtmauer, ist etwa eine knappe halbe Stunde Fußweg von Port D’Alcudia entfernt (eine Busverbindung gibt es auch). Der Weg hierher lohnt sich unbedingt! Großräumige Ausgrabungen verändern den Ort stetig. Die Stadtmauer ist in einem TOP-Zustand, wird aber auch stetig Stück für Stück weiter instandgesetzt. Von oben auf der Mauer aus kann man über die Dächer der Stadt blicken, in die vielen Hinterhöfe mit kleinen Beeten und Orangen- oder Zitronenbäumen, und weit in die Ebene bis auf die Weiten der See. Bitte unbedingt nachmachen!








 

 


B – HEIM AUF ZEIT: DAS BOTEL ALCUDIA

Auf dem Rückflug kamen wir mit einem der "Einheimischen" ins Gespräch. Ein Deutscher, der seit vielen Jahren den überwiegenden Teil seiner Zeit in Alcudia verbringt, wollte wissen, wo wir während unseres Urlaubs gewohnt hätten. Wir erzählten, es sei das Botel Alcudiamar gewesen, worauf er uns mit großen Augen anblickte und meinte, da hätten wir uns aber so ziemlich den besten Platz am Ort ausgesucht. Und genau so haben wir uns gefühlt: das beste Hotel am Platz am exponiertesten Ort, nämlich auf einer kleinen Halbinsel am Yachthafen, praktisch von drei Seiten mit Wasser umgeben, mit herrlichem Blick aufs Meer und die Boote, die träge in der Frühlingsluft dümpelten. Ein Ort zum Relaxen, zum Träumen; einer, der die Seele wieder auf Vordermann bringt.
Kein billiger Ort, seien wir ehrlich. Aber es hätte auch teurer kommen können – nämlich wenn wir in selbigem Hotel eine der Suiten mit direktem Meerblick genommen hätten, statt eines Superior-Zimmers mit seitlichem Meerblick. Dann jedenfalls hätten wir den großen Balkon mit Liegestuhl und Hängematte nutzen können. Unser Balkon lag leider ziemlich Richtung Norden, so dass wir bis auf eine halbe Stunde Morgensonne leider auf den Lorenz verzichten mussten. Und im Schatten, bei 10°, auf der Hängematte? Nö, lass man. Muss nicht sein.
Aber das war so ziemlich das einzige Manko in diesem Hotel. Die Zimmer groß, hell, sauber. Das Personal durchweg freundlich und aufmerksam. Speisen und Getränke? Passte hervorragend zu den vier Hotel-Sternen. Einzig das Nachspeisen-Buffet hatte noch etwas Luft nach oben. Getränkepreise? Eine Flasche Rosé trocken (Marke: Macia Batle) kostete 19 Euro und war sehr, sehr lecker. Die Sauna und den Fitness-raum benutzten wir ebensowenig wie das kleine Hallenbad. Dafür jedoch den Aussenpool. Bei einer Wassertemperatur von 15° scheuten sich die Gäste noch etwas, sich in die nassen Fluten zu stürzen. Nicht so der Wolf, der nachmittags nach der Tageswanderung die verdiente Pause am Pool nutzte, um etwas extrem-abcooling zu betreiben.
Sollte es uns in einigen Jahren mal wieder nach Mallorca verschlagen, und sollte es dann wieder Alcudia sein, so wäre das Botel Alcudia die erste Option für uns. Aber viel wahrscheinlicher werden wir beim nächsten Aufenthalt im "17. Deutschen Bundesland" einen anderen Ort zum Ziel haben. Einen, den wir bisher noch nicht kennen. Es lebe die Vielfalt!

   

 
 

 

 


C – WANDERUNGEN

Man soll es nicht glauben, aber neben 27 Milliarden Radfahrern - im Frühling - kann man auf Mallorca auch viele Wanderer finden. Wer im Net sucht, der wird auf eine Menge Wandertipps und -routen stoßen. Die meisten davon sind genau beschrieben, und man kann sich an ihnen bestens orientieren. Wir haben im Vorfeld einige davon ausgedruckt und mitgenommen.
Da wir in diesem Urlaub keinen Mietwagen nahmen, kamen für uns nur Wanderrouten infrage, die in oder in der Nähe von Port D’Alcudia beginnen und auch enden. Uns haben eigentlich alle Wanderungen gefallen, die wir unternommen haben. Von sieben bis über 25 km war alles dabei, und spätestens gegen 16 Uhr waren wir wieder am Hotel und lagen am Pool. Denn zu einem erholsamen Urlaub gehört selbstverständlich auch extrem-relaxing. Im Verlaufe unseres 10 Tage währenden Urlaubes haben wir unter anderem die folgenden Strecken "abgegrast":

- Von Alcudia nach Can Picafort und zurück (09:30 – 16:00)
- Zum Markt (jeden Sonntag, empfehlenswert!) und zur Altstadt Alcudias (10:00 – 13:30)
- Entspannte Route ab Alcudia: Zwischen Ziegen (09:00 – 15:30)
- Im Nationalpark S‘Albufera und zurück (09:00 – 15:45) Vorsicht! Keine Bänke zum Ausruhen!
- Von Alcudia nach Bonaire und zurück (09:00 – 14:45)
- Von Alcudia nach Can Picafort und zurück (09:30 – 16:00)
- Wanderung durch Alcudia bis zur Isla Alcanada und zurück (09:30 – 13:15)
- Ins Tal der Stille (von Can Picafort aus) (zurück per Taxi) (10:00 – 14:00)

Die unterstrichenen Routen kann man googeln. Viel Erfolg beim Nach-Wandern.
Es gibt keine Hitliste. Die Wanderwege waren unterschiedlich und haben uns alle gefallen. Mal am Meer entlang, mal ins Naturschutzgebiet. Mal auf die Berge. Mal durch Dörfer. Wir hatten einen Heidenspass, kaum Blasen an den Füßen, und abends waren wir gerade noch fit für ein paar Gläschen Wein. Aber früh in der Nacht fielen wir in die Betten und waren froh und geschafft.
Der Erfolg dieses Aktiv-Urlaubes? Auf dem Rückflug fitter als beim Hinflug, und kaum ein Gramm zugenommen. Trotz Abend-Buffet und Wein und Eis und ausgiebige Frühstücke! Hallelujah!










 

 


D - WAS ES SONST NOCH GAB

Was An- und Abreise betrifft, ist dieser Urlaub in der Liga "Perfekt“ einzuordnen. Es gab weder Flugverspätungen noch nennenswerte Wartezeiten am Kofferband oder an Schaltern oder an der Sicherheitskontrolle. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel (und 10 Tage später zurück) erfolgte in einer Karosse mit dem Stern auf der Kühlerhaube. Und wir waren die einzigen exklusiven Gäste der Transfer-Kutsche. Dies bedeutete Non-Stop-Transfer auf dem kürzesten Weg. Wow, das haben wir selten erlebt und ziemlich genossen.

Wer nach Mallorca fährt, um die Mandelblüte zu erleben, ist Ende Februar, Anfang März hier genau richtig. Auch wenn es – bedingt durch das Klima – zu Verschiebungen kommen kann, so ist man doch um diese Zeit herum in der Kernzeit der Mandelblüte gelandet, und irgendwo steht garantiert irgendeine Sorte gerade in voller Blüte. Und wer bei seinen Wanderungen auf eine grüne Wiese stösst, die voller blühender Mandelbäume steht, der weiß, wie man "Frühling" am besten definiert.

Tapas in Spanien muss man probiert haben! Am besten in einem kleinen, einheimischen Lokal, wo viele Spanier und wenig Touris sitzen. Auch in diesem Mallorca-Urlaub haben wir uns dieses Vergnügen nicht entgehen lassen. Selbst wenn man hinterher kurz vor einer Knoblauch-Vergiftung steht, so sollte dieser Punkt unbedingt auf der Spanien-To-Do-Liste stehen. In Alcudia besonders empfehlenswert: Ramons Bar direkt in der Nähe des Yacht-Hafens. Wir haben die kleinen Schweinereien dort sehr genossen und mit einem Liter Sangria locker heruntergespült.

Stichwort Wein: Da unser Zimmer mit Kühlschrank ausgestattet war, gab es des öfteren zum Tagesausklang ein Fläschchen Wein auf dem Zimmer. Besonders gut gefiel uns der Penascal, den man in den meisten spanischen Supermärkten bekommen sollte. Ein unkomplizierter, leicht prickelnder, fruchtig-trockener Rose, der mit etwa 9% Alkoholgehalt nicht für einen dicken Kopf und mit 3,95 Euro nicht für ein schmales Urlaubs-Portemonnaie sorgt.

Im Restaurant des Hotels gefiel uns besonders gut ein anderer Rosé. Mit 14% ist der Macia Batle zwar nicht gerade ein Leichtgewicht, schmeckt aber ebenfalls fruchtig und ist sehr bekömmlich. Eine Flasche davon hat uns im Restaurant 19 Euro gekostet. Im Supermarkt im Ort bekommt man ihn ebenfalls – für 7,49. Jedes Mal, wenn wir eine Flasche im Restaurant bestellten, flitzte der Sommelier nach Rewe – und das für karge 11,50 Gewinn. Da schnitten wir doch günstig ab, oder …

Als alter King-Fan fiel mir zum Abschluss unserer Wanderungen in der Nähe von Bonaire ein Schild auf, das zu einem schnuckeligen kleinen Restaurant namens "RED RUM" hinwies. Äh, ach so, ob schnuckelig oder nicht, wissen wir jetzt nicht so genau, weil wir gar nicht dort waren. Aber wer unter den King Fans erinnert sich nicht an den kleinen Danny, der in seiner größten Verzweiflung im Overlook-Hotel immer wieder das Wort "Redrum" ausstieß? Die Rede ist natürlich von diesem Film, einer der besten Verfilmungen eines King Romans überhaupt…

 



 
 

 

 












Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 31.03.2019